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Prothesen-Patienten-Mismatch

Ein Prothesen-Patienten-Mismatch liegt vor, wenn die effektive Öffnungsfläche einer ansonsten normal funktionierenden Herzklappenprothese im Verhältnis zum vom Körper benötigten Blutfluss zu klein ist. Die Prothese ist dabei nicht durch Thrombus, Pannus oder Degeneration obstruiert und die Segel bewegen sich entsprechend ihrem Design, doch der verbleibende Widerstand ist für diesen Patienten zu hoch; typisch ist daher ein bereits seit der Implantation erhöhter transprothetischer Gradient.

Das von Rahimtoola eingeführte Konzept ist relativ und entspricht nicht der nominalen Prothesengröße. Eine mit 23 mm bezeichnete Klappe kann je nach Modell und Technik unterschiedliche Öffnungsflächen aufweisen, und dieselbe Fläche kann bei einer kleinen Person ausreichen, bei einem Patienten mit größerer Körperoberfläche jedoch unzureichend sein. Zur Vergleichbarkeit dieser Beziehung wird die EOAi verwendet, die durch Division der effektiven Öffnungsfläche durch die Körperoberfläche berechnet wird.

Mismatch ist vor allem eine zu verhindernde Komplikation, denn nach Implantation einer zu kleinen Prothese können Medikamente die Öffnung nicht vergrößern und eine Reintervention bringt ein neues Risiko mit sich. Deshalb werden vor Operation oder TAVI erwartete Öffnungsfläche, Anatomie, Erweiterungsmöglichkeiten und langfristige Strategie gegeneinander abgewogen; eine Reintervention bleibt schweren Formen mit eindeutig zurechenbaren Folgen vorbehalten.

Die Diagnose erfordert Vorsicht, da zahlreiche Zustände einen erhöhten Gradienten verursachen und ein Mismatch vortäuschen können: Hochfluss, Anämie, Pressure Recovery, Dopplerfehler, Unterexpansion, Thrombose und Degeneration. Ein niedriger indexierter Wert ist daher notwendig, aber nicht ausreichend; zeitlicher Verlauf, Segelbeweglichkeit, Signalmorphologie und Vergleich mit dem Ausgangsbefund müssen zeigen, dass die Prothese intakt, für den Patienten jedoch relativ klein ist.

Hämodynamische Grundlagen, EOAi und diagnostische Schwellenwerte

Der Gradient über einer Öffnung steigt mit dem Quadrat des Flusses und ist umgekehrt proportional zum Quadrat der effektiven Öffnungsfläche. Eine Prothese mit kleiner Öffnungsfläche kann daher bei niedrigem Herzzeitvolumen in Ruhe nur einen moderaten Gradienten erzeugen, der unter Belastung deutlich stärker ansteigt. Mismatch beschreibt genau diese unzureichende hämodynamische Reserve und ist daher nicht als erworbene anatomische Stenose, sondern als ungünstige Beziehung zwischen Prothesenfläche und Bedarf zu verstehen.

Die effektive Öffnungsfläche wird bei Aortenprothesen mit der Kontinuitätsgleichung berechnet oder aus für Modell und Größe validierten Referenzwerten abgeleitet; die EOAi beschreibt das Verhältnis zwischen Fläche in cm² und Körperoberfläche in m². Vor der Implantation wird in der Regel eine aus verlässlichen Tabellen abgeleitete vorhergesagte Fläche verwendet, nach der Implantation kann die gemessene Fläche berechnet werden: zwei komplementäre Größen, die unterschiedliche Fragen beantworten.

Für die Aortenposition gilt bei Personen mit Body-Mass-Index unter 30 kg/m² eine EOAi über 0,85 cm²/m² im Allgemeinen als kein oder nicht relevantes Mismatch; Werte von 0,66 bis 0,85 entsprechen einem moderaten und Werte bis 0,65 einem schweren Mismatch. Diese Schwellen sind klinische Kategorien und keine biologische Diskontinuität: Risiko und Gradienten verändern sich kontinuierlich.

Bei Adipositas überschätzt die Körperoberfläche den Flussbedarf, weil Fettgewebe den Blutfluss nicht proportional erhöht. VARC-3 verwendet niedrigere Schwellenwerte: EOAi von 0,56 bis 0,70 cm²/m² für moderates und bis 0,55 für schweres Mismatch bei BMI von mindestens 30 kg/m². Die Anwendung der Standardgrenzen führt bei einem erheblichen Anteil adipöser Patienten zu einer Überdiagnose.

In Mitralposition ist eine größere Öffnungsfläche erforderlich; übliche Schwellenwerte klassifizieren eine reduzierte EOAi als klinisch relevant, mit schwerem Mismatch etwa bei oder unter 0,9 cm²/m² und moderatem Mismatch ungefähr zwischen 0,9 und 1,2. Herzfrequenz, Fluss und Compliance beeinflussen den Gradienten stark; die Cut-offs sind weniger einheitlich fundiert als in Aortenposition und müssen zusammen mit Bildgebungsleitlinien und Gesamtbefund interpretiert werden.

Die vorhergesagte EOAi ist für die Planung besonders nützlich, weil sie einen Teil der postoperativen Messfehler vermeidet; ihre Zuverlässigkeit hängt jedoch von der Qualität der Referenztabellen ab. Nach Handelsbezeichnung zusammengefasste Mittelwerte können die einzelne Klappe nicht repräsentieren, und manche Quellen beruhen auf kleinen Stichproben; die gemessene EOAi beschreibt dagegen die tatsächliche Leistung beim Patienten, verstärkt jedoch Messfehler des Ausflusstrakts und variiert mit dem Flusszustand.

Die nominale Größe darf daher nicht als Ersatz für die effektive Öffnungsfläche verwendet werden, da Stent, Nahtring und Segelposition den Innendurchmesser unterschiedlich beeinflussen. Bei Valve-in-Valve ist insbesondere der tatsächliche Innendurchmesser der chirurgischen Bioprothese entscheidend und nicht die äußere Größenangabe. Kataloge, spezielle Anwendungen und CT können die Information ergänzen, ersetzen jedoch keine validierte hämodynamische Vorhersage.

Differenzialdiagnose des erhöhten Prothesengradienten

Ein Mismatch besteht bereits seit der Implantation; das Ausgangsechokardiogramm zeigt einen relativ erhöhten Gradienten zusammen mit einer reduzierten indexierten Öffnungsfläche bei normal beweglichen Segeln oder Okkludern und im Verlauf weitgehend stabilen Werten. Ein neuer Anstieg nach Monaten oder Jahren spricht dagegen für Prothesenthrombose, Pannus oder strukturelle Degeneration, auch wenn diese mit einem vorbestehenden Mismatch koexistieren können.

Der Flusszustand muss dokumentiert werden, da Anämie, Fieber, Schwangerschaft, Fisteln, Sepsis, Hyperthyreose und relevante Regurgitationen Herzzeitvolumen und Gradient erhöhen können, ohne die Prothese zu verändern. Die Korrektur oder Berücksichtigung dieser Faktoren kann die Geschwindigkeit normalisieren; Blutdruck und Herzfrequenz machen Vergleiche zwischen Untersuchungen zuverlässiger. Tachykardie ist bei Mitralprothesen besonders relevant, da sie die Diastole verkürzt.

Auch technische Fehler können ein Mismatch vortäuschen. Der Doppler muss aus mehreren Fenstern am Jet ausgerichtet werden, da ein unvollständiges Fenster den Gradienten eher unterschätzt, während die Erfassung einer lokalen Beschleunigung ihn überschätzen kann; der Durchmesser des Ausflusstrakts muss zudem an der geeigneten Stelle und bei Verlaufskontrollen mit konsistenter Methode gemessen werden. Der DVI reduziert die Abhängigkeit von dieser Messung teilweise.

Bei kleiner Aorta kann die Pressure Recovery dazu führen, dass der Dopplergradient, der auf der maximalen lokalen Geschwindigkeit beruht, den invasiv gemessenen Nettogradienten übersteigt; in ausgewählten Anatomien kann der Energy Loss Index bei der Interpretation helfen. Eine Katheteruntersuchung wird jedoch nicht routinemäßig eingesetzt, sondern Fällen vorbehalten, in denen diskordante nichtinvasive Daten eine Reinterventionsentscheidung verändern könnten.

Die Morphologie des Dopplerprofils hilft, Mismatch von erworbener Obstruktion zu unterscheiden. Beim Mismatch ist der aortale Peak meist früh und dreieckig mit relativ normaler Akzelerationszeit; bei Obstruktion wird er runder und später. Da diese Muster nicht absolut sind, können CT oder Fluoroskopie erforderlich sein, um die Beweglichkeit zu bestätigen und nach Thrombus, Pannus, Unterexpansion oder Verkalkung zu suchen.

Ein niedriges Herzzeitvolumen kann ein Mismatch maskieren, indem der Gradient gering bleibt und die Flächenberechnung instabil wird; nach Erholung der Ventrikelfunktion kann der Gradient daher deutlicher werden. Gleichzeitig kann eine bei Niedrigfluss scheinbar reduzierte Fläche zunehmen, wenn sich der Fluss normalisiert. Die Diagnose muss deshalb vorhergesagte Fläche, Morphologie und seriellen Verlauf integrieren und vermeiden, einen starren Schwellenwert auf einen wenig zuverlässigen Messwert anzuwenden.

Mismatch muss von Unterexpansion oder Deformation einer Transkatheterprothese unterschieden werden, die zur nicht-strukturellen Dysfunktion gehören. Beide Zustände können bereits im Ausgangsbefund eine reduzierte Fläche verursachen, bei der zweiten besteht jedoch eine potenziell korrigierbare Geometrie; die CT erlaubt durch Messung von Frame und Exzentrizität die Abschätzung von Risiken und möglichem Nutzen einer Postdilatation.

Klinische Folgen und prognostische Bedeutung

Nach Aortenklappenersatz erhält ein Mismatch eine Restdruckbelastung aufrecht, die die Rückbildung der Hypertrophie begrenzen, Füllungsdrücke erhöhen und die funktionelle Erholung vermindern kann. Die Auswirkungen sind meist stärker bei schweren Formen, jungen Patienten mit hohem Bedarf, Ventrikeldysfunktion oder weiteren begleitenden Läsionen; ein moderates Mismatch bei einem wenig aktiven älteren Patienten kann geringere Folgen haben.

Beobachtungsstudien und Metaanalysen haben schweres Mismatch nach chirurgischem Klappenersatz mit Mortalität und Herzinsuffizienz assoziiert, die Stärke des Zusammenhangs variiert jedoch je nach Definition, Adipositas, Ausgangsrisiko und Prothesentyp. Confounding ist unvermeidbar, da kleiner Anulus, weibliches Geschlecht, komplexe Anatomie und Komorbiditäten sowohl die Mismatchwahrscheinlichkeit als auch die Ergebnisse beeinflussen. Das Problem ist deshalb nicht irrelevant, muss jedoch im Kontext des einzelnen Patienten interpretiert werden.

Belastungsdyspnoe, unvollständige Erholung und verminderte Leistungsfähigkeit sind die häufigsten Manifestationen, jedoch nicht spezifisch. Koronare Herzkrankheit, diastolische Dysfunktion, Lungenerkrankung, Anämie und Dekonditionierung müssen daher beurteilt werden, bevor Symptome dem Gradienten zugeschrieben werden; bei Bedarf kann ein Belastungstest mit hämodynamischen Messungen einen unverhältnismäßigen Anstieg zeigen und die Einschränkung reproduzieren.

In Mitralposition hält eine unzureichende Öffnungsfläche atriale und pulmonale Drücke erhöht und kann den Nutzen des Klappenersatzes begrenzen. Da der Gradient stark von der Herzfrequenz beeinflusst wird, sind Rhythmus- und Frequenzkontrolle klinisch relevant, ohne die Prothesenfläche zu verändern. Die Datenlage ist weniger umfangreich und die Definitionen weniger einheitlich als in Aortenposition; der Befund sollte daher keine durch die Messungen nicht gedeckte Scheingenauigkeit vermitteln.

Nach TAVI ist schweres Mismatch häufig seltener als nach Operation, insbesondere bei supraanulären Devices und kleinen Anuli, aber nicht ausgeschlossen. Unterexpansion, Adipositas, sehr kleiner Anulus und intraanuläre Prothesen können es weiterhin begünstigen; Unterschiede zwischen vorhergesagter und gemessener Fläche sowie bei Adipositas verwendete Korrekturen erklären einen wesentlichen Teil der zwischen Studien beobachteten Variabilität.

Bei Valve-in-Valve begrenzt der alte Ring der bestehenden Prothese die Expansion des neuen Devices und macht Mismatch zu einem der wichtigsten hämodynamischen Probleme. Eine kleine chirurgische Bioprothese, insbesondere wenn sie bereits stenotisch ist, lässt wenig Raum für die zweite Klappe und kann einen Restgradienten verursachen, der Nutzen und Haltbarkeit reduziert. Die Strategie sollte daher nicht allein gewählt werden, weil sie eine Operation vermeidet, sondern auf einer realistischen Vorhersage des hämodynamischen Ergebnisses beruhen.

Die Prognose wird im Kontext von Lebenserwartung und Zielen beurteilt. Die Vermeidung eines schweren Mismatch bei einem jungen Patienten kann über Jahrzehnte die Belastung reduzieren; ein moderater Gradient kann vertretbar sein, wenn eine komplexe Erweiterung das Risiko bei einer fragilen Person stark erhöhen würde. Prävention soll das Gesamtrisiko senken und nicht um jeden Preis den niedrigsten echokardiographischen Wert anstreben.

Vorhersage und Prävention vor der Implantation

Die Prävention beginnt vor dem Eingriff mit der Berechnung der Körperoberfläche und der minimal erforderlichen Öffnungsfläche zur Vermeidung eines schweren Mismatch. Modellspezifische Tabellen erlauben die Abschätzung der vorhergesagten EOAi; ist der Wert unzureichend, kann das Team eine Prothese mit größerer Fläche, eine supraanuläre Implantation, Anuluserweiterung, TAVI oder eine alternative Strategie erwägen. Die Entscheidung sollte fallen, bevor der Patient an die Herz-Lungen-Maschine angeschlossen oder das Device geöffnet wird.

Die Erweiterung der Aortenwurzel oder des Anulus umfasst Techniken unterschiedlicher Ausdehnung und unterschiedlichen Risikos und ermöglicht die Implantation einer größeren Prothese, was auch eine spätere Valve-in-Valve erleichtern kann. Der Nutzen muss jedoch gegen längere Operationsdauer und den Bedarf an spezifischer Expertise abgewogen werden: Bei geeigneten Patienten kann das Verfahren ein dauerhaftes Problem verhindern, bei anderen überwiegt das zusätzliche Risiko. Anatomie, Alter und Erfahrung des Zentrums bestimmen daher die Wahl.

Supraanuläre, stentlose oder hämodynamisch günstigere chirurgische Prothesen können bei gleichem Anulus eine größere effektive Öffnungsfläche bieten. Eine mechanische Prothese bietet häufig eine günstige Fläche und hohe Haltbarkeit, erfordert jedoch VKA und wird nicht allein anhand des Gradienten gewählt; in Mitralposition müssen zudem der Erhalt des Apparats und die korrekte Dimensionierung Interferenzen oder Ausflusstraktobstruktion vermeiden.

TAVI kann bei kleinen Anuli eine größere Öffnungsfläche bieten, führt jedoch andere Variablen ein, darunter Leck, Koronarzugang, Reizleitungsstörungen und Haltbarkeit. Die Auswahl zwischen intra- und supraanulären Devices muss daher sowohl die aktuelle Anatomie als auch zukünftige Eingriffe berücksichtigen; CT-Sizing reduziert das Risiko von Unterexpansion und Fehlpositionierung. Bei jungen Patienten sollte die erste TAVI zusammen mit einer möglichen zweiten Klappe und der Notwendigkeit, den Koronarzugang zu erhalten, geplant werden.

Bei der Planung einer Valve-in-Valve müssen Modell der vorhandenen Prothese und ihr tatsächlicher Innendurchmesser identifiziert, die Öffnungsfläche des neuen Devices vorhergesagt und eine mögliche Fraktur des Bioprothesenrings geprüft werden. Diese Technik kann bei kompatiblen Modellen die Expansion verbessern, ist jedoch nicht bei jeder Klappe anwendbar und besitzt eigene Risiken; Koronarobstruktion, Anulusschädigung und Embolisation müssen daher vor dem Eingriff beurteilt werden.

Bei Adipositas kann die Anwendung der Standardschwellen zu komplexeren Eingriffen ohne echte physiologische Notwendigkeit führen; BMI-korrigierte Grenzen reduzieren daher das Risiko einer Überbehandlung. Umgekehrt kann eine alleinige Indexierung nach Körperoberfläche die Anforderungen eines sehr aktiven Sportlers unterschätzen; in diesen Fällen fließen funktionelle Ziele und Belastungstest in die gemeinsame Entscheidungsfindung ein.

Der Patient muss über den mit der gewählten Strategie verbundenen Kompromiss informiert werden. Eine größere Prothese oder eine zusätzliche Technik können die Hämodynamik verbessern, beeinflussen jedoch Operationsdauer, Antikoagulation und Möglichkeiten zukünftiger Eingriffe; die Lifetime-Planung berücksichtigt daher nicht nur die mit der ersten Implantation erzielte Öffnungsfläche, sondern auch den Effekt, den ein mögliches zweites Device auf die verbleibende Öffnung haben könnte.

Management eines bestehenden Mismatch und Nachsorge

Nach der Implantation wird unter stabilen Bedingungen ein Ausgangsechokardiogramm erhoben; ist die EOAi niedrig, werden Messungen, Modell und Flusszustand bestätigt und eine korrigierbare Unterexpansion ausgeschlossen. Der Befund sollte Grad und Folgen beschreiben, ohne eine intakte Prothese fälschlich als „stenotisch“ zu bezeichnen, da diese Genauigkeit unnötige Antikoagulation und spätere Fehldiagnosen einer Degeneration verhindert.

Ein moderates asymptomatisches Mismatch wird klinisch und bildgebend nachverfolgt, wobei Faktoren beeinflusst werden, die den Gradienten modulieren, etwa Blutdruck, Anämie, Herzfrequenz und Gewicht. Herzinsuffizienztherapie und Rehabilitation können die Gesamtphysiologie verbessern, ohne die Öffnungsfläche zu vergrößern; Stabilität in den Kontrollen spricht für ein reines Mismatch, während eine neue Veränderung die Suche nach einer überlagerten Dysfunktion erfordert.

Bei schwerem symptomatischem Mismatch muss vor einer Reintervention durch funktionelle und hämodynamische Beurteilung sowie Ausschluss relevanter Komorbiditäten ein kausaler Zusammenhang nachgewiesen werden. Das Risiko einer Redo-Operation ist daher gegen das Ausmaß der Einschränkung und die Lebenserwartung abzuwägen, da ein Patient mit beeinträchtigtem Ventrikel und hohem Gradienten stärker profitieren kann als einer, dessen Symptome überwiegend durch eine Lungenerkrankung verursacht werden.

Eine chirurgische Redo-Operation ermöglicht die Entfernung der Prothese, Erweiterung des Anulus und Implantation eines größeren Devices und stellt, wenn technisch machbar, die vollständigste Korrektur dar, allerdings mit den Risiken der Reoperation. Eine TAVI innerhalb einer kleinen chirurgischen Prothese kann das Mismatch dagegen nicht beheben und mitunter verschlimmern; sie wird daher nur nach Vorhersage des Restgradienten und Prüfung möglicher ergänzender Techniken erwogen.

Ist eine Transkatheterprothese unterexpandiert, kann eine Postdilatation in ausgewählten Fällen die Öffnungsfläche vergrößern, wobei der mögliche Nutzen gegen Risiken von Ruptur, Embolie, Reizleitungsstörungen und Regurgitation abgewogen wird. Ist der Frame dagegen korrekt expandiert, aber intrinsisch zu klein, kann keine mechanische Maßnahme neuen anatomischen Raum schaffen; CT und erneute Bildanalyse unterscheiden die beiden Situationen.

In der Nachsorge werden Symptome, Ventrikelfunktion, Hypertrophie, pulmonaler Druck, Gradient, DVI und Öffnungsfläche überwacht, wobei zeitliche Stabilität ein Merkmal des reinen Mismatch ist. Ein progressiver Anstieg spricht dagegen für überlagerte Thrombose, Pannus oder Degeneration und erfordert die Abklärung einer Prothesendysfunktion. Die Aufbewahrung des Ausgangsbefunds wird damit zu einer echten diagnostischen Sicherheitsmaßnahme.

Optimales Management beruht auf einer einfachen Idee: Eine Prothese wird für den Blutfluss eines Menschen ausgewählt und nicht, um einen Anulus auszufüllen. Präzision bei Öffnungsfläche, Indexierung und Differenzialdiagnose macht aus diesem Prinzip Prävention. Besteht ein Mismatch bereits, verhindert dieselbe Genauigkeit unnötige Eingriffe und identifiziert die kleine Gruppe, bei der eine größere Öffnung einen echten klinischen Nutzen bietet.

Die Körperoberfläche kann sich im Verlauf verändern und muss vorsichtig interpretiert werden. Gewichtsverlust, Ödeme, Amputationen oder andere wesentliche Veränderungen verändern den Nenner der EOAi, ohne die Prothesenöffnung zu beeinflussen; die Erstklassifikation sollte sich daher auf repräsentative Bedingungen des Patienten beziehen, während im Follow-up nicht indexierte Werte, Gradienten, Fluss und Folgen an Bedeutung gewinnen. Eine Neuberechnung der EOAi nach jeder Gewichtsänderung ohne Berücksichtigung der Physiologie kann die Klassifikation einer unveränderten Prothese verändern.

Das Geschlecht verändert die Schwellenwerte nicht direkt, Frauen haben jedoch häufiger kleine Anuli und können daher nominal kleinere Prothesen erhalten. Die Indexierung korrigiert einen Teil dieses Unterschieds, während eine sorgfältige anatomische Planung verhindert, dass größere technische Schwierigkeiten zu einem weniger wirksamen hämodynamischen Ergebnis führen. Auch prognostische Zusammenhänge müssen für Körpergröße und Komorbiditäten adjustiert werden, damit nicht dem Geschlecht zugeschrieben wird, was vor allem von Fläche und Geometrie abhängt.

Die Belastbarkeit ist bei jungen oder aktiven Patienten ein besonders sensitiver Parameter, da der Gradient über eine kleine Öffnungsfläche bei zunehmendem Herzzeitvolumen nichtlinear ansteigt und eine in Ruhe fehlende Dyspnoe erklären kann. Die Stressechokardiographie erfasst Symptome, Blutdruck, Fluss und Gradient; ein isolierter Anstieg stellt jedoch keine Interventionsschwelle dar. Der Wert des Tests liegt im Nachweis des kausalen Zusammenhangs und im Vergleich mit ventrikulärer und pulmonaler Reserve.

In Registern verändert sich die Prävalenz des Mismatch deutlich je nachdem, ob eine vorhergesagte oder gemessene EOAi verwendet wird. Die echokardiographische Messung bildet die individuelle Leistung ab, führt aber technische Variabilität ein; Tabellen ermöglichen eine stabilere Klassifikation, ohne zwingend die reale Leistung des einzelnen Devices zu beschreiben. Studien und Befunde sollten daher Methode, Referenzmodell und Adipositaskorrektur angeben, da ohne diese Angaben der Vergleich von Prozentwerten zwischen Zentren oder Prothesen methodisch fragil ist.

Auch die Qualität der Prävention kann auditiert werden, indem vorhergesagte EOAi, Häufigkeit schweren Mismatch, Einsatz von Erweiterungsverfahren, Entlassungsgradienten und Ergebnisse nach anatomischen Klassen erfasst werden. Eine sehr niedrige Rate ist nicht automatisch besser, wenn sie aus dem Ausschluss von Patienten mit kleinen Anuli oder aus unverhältnismäßig riskanten Verfahren resultiert; die Daten müssen für den Case Mix adjustiert und zusammen mit Mortalität, Komplikationen und Lebensqualität interpretiert werden. Ziel ist nicht, jedes moderate Mismatch zu eliminieren, sondern vermeidbare schwere Formen zu verhindern, ohne den gesamten prozeduralen Schaden zu erhöhen.

Beim Übergang vom Krankenhaus in die Nachsorge sollte der Befund angeben, ob der Mismatchgrad vorhergesagt oder gemessen wurde, welcher BMI zugrunde lag und unter welchen Flussbedingungen die Messungen erfolgten. Diese einfache Dokumentationsdisziplin verhindert, dass eine Klassifikation später als erworbene Stenose fehlinterpretiert wird, und bietet dem Kardiologen eine konsistente Referenz für weitere Kontrollen.

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