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Supravalvulärer Mitralring

Der supravalvuläre Mitralring ist eine seltene angeborene Fehlbildung, die durch das Vorhandensein einer dünnen fibrösen, membranösen oder fibromuskulären Falte im Vorhofanteil der Mitralklappe gekennzeichnet ist, unmittelbar oberhalb der Klappenebene.
Diese Struktur, auch als "supramitrale Klappe" oder "supravalvuläre Membran" bezeichnet, kann den normalen diastolischen Blutfluss vom linken Vorhof in den linken Ventrikel behindern und zu einem Bild einer funktionellen Mitralklappenobstruktion führen.
Die Pathologie kann isoliert auftreten, ist jedoch häufiger mit anderen Fehlbildungen des linken Herzens assoziiert, insbesondere mit dem Shone-Syndrom.


Der Schweregrad des klinischen Bildes hängt von der Dicke, der Dehnbarkeit und der Lokalisation der Membran in Bezug auf die Mitralöffnungen ab. In leichteren Fällen kann sie über Jahre hinweg asymptomatisch bleiben; in schweren Fällen kann sie bereits im Neugeborenenalter Symptome hervorrufen und ein angeborenes Mitralklappenstenosebild vortäuschen. Eine frühzeitige Erkennung der Läsion ist entscheidend, da die mechanische Obstruktion zu einer fortschreitenden Druckbelastung des linken Vorhofs und zu einem Anstieg des pulmonalen Drucks führt.

Ätiologie, Pathogenese und Pathophysiologie

Der supravalvuläre Mitralring entsteht infolge eines Resorptionsdefekts des atrialen endokardialen Kissens während der Embryogenese, wobei sich ein anomales Gewebe zwischen linkem Vorhof und Mitralklappe bildet. Die Läsion kann unterschiedliche morphologische Ausprägungen zeigen, von einer dünnen, durchscheinenden Membran bis hin zu einem dicken, rigiden fibrösen Ring, und sie kann sich teilweise oder vollständig an die Mitralklappensegel anlagern.


Je nach Ausdehnung und Anhaftungsgrad an der Klappe werden zwei Hauptvarianten unterschieden:


In schweren Fällen verursacht die Membran eine signifikante diastolische Flussobstruktion mit erhöhtem Druck im linken Vorhof, vermindertem Ventrikelfüllung und Entwicklung einer pulmonalvenösen Hypertonie. Im Verlauf kann es zu einer linksventrikulären Dysfunktion infolge verminderter Vorlast und retrograder Druckbelastung kommen.


Häufig tritt der supravalvuläre Mitralring zusammen mit anderen strukturellen Fehlbildungen des linken Herzens auf, insbesondere:


Zu den bekannten Risikofaktoren zählen bestimmte chromosomale Anomalien (insbesondere Deletionen des Chromosoms 7p) und genetische Störungen, die die normale Entwicklung des linksventrikulären Einstromtrakts beeinträchtigen. In den meisten Fällen handelt es sich jedoch um eine sporadische und isolierte Fehlbildung.


Der Schweregrad der Obstruktion bestimmt den Zeitpunkt des Auftretens von Symptomen und das Ausmaß der hämodynamischen Auswirkungen: In kritischen Fällen zeigen sich Anzeichen einer Lungenstauung bereits in den ersten Lebenstagen, während die Diagnose bei milden oder inkompletten Formen oft erst im Schul- oder Jugendalter nach einem auffälligen Auskultationsbefund oder bei Belastungsintoleranz gestellt wird.

Klinische Manifestationen

Das klinische Bild des supravalvulären Mitralrings ist äußerst variabel und hängt hauptsächlich vom Grad der Mitralklappenobstruktion und dem Vorhandensein begleitender kardialer Anomalien ab.
Leichte Formen können über Jahre hinweg asymptomatisch bleiben und erst bei einer auffälligen körperlichen Untersuchung diagnostiziert werden.
Im Gegensatz dazu treten bei schweren Fällen die Symptome früh auf, mit einem Bild linksseitiger Herzinsuffizienz.


Bei Neugeborenen und Säuglingen kann sich die Erkrankung in den ersten Lebenstagen oder -wochen mit Zeichen einer Lungenstauung präsentieren, bedingt durch den erhöhten Druck im linken Vorhof und in den Lungenvenen.


    Die häufigsten Symptome sind:

  • Zunehmende Tachypnoe und Atemnot.
  • Starkes Schwitzen beim Stillen oder Füttern.
  • Geringe Gewichtszunahme.
  • Reizbarkeit und Trinkschwäche.
  • Geringe Belastungstoleranz.

Bei der körperlichen Untersuchung kann ein diastolisches Geräusch am Herzspitzenstoß zu hören sein, häufig begleitet von einem verstärkten zweiten Herzton. Bei signifikanter pulmonaler Hypertonie kann eine Verstärkung der pulmonalen Komponente des zweiten Tons festgestellt werden. Säuglinge mit fortgeschrittener Herzinsuffizienz können Hepatomegalie und Zeichen einer respiratorischen Belastung zeigen.


Bei älteren Kindern äußert sich der supravalvuläre Mitralring typischerweise mit Müdigkeit, Belastungsdyspnoe und in fortgeschritteneren Stadien mit Palpitationen oder supraventrikulären Arrhythmien. Die Krankheitsprogression kann zu einer ungünstigen Ventrikelanpassung führen, mit erhöhtem Druck im linken Vorhof und einem Risiko für Vorhofflimmern im höheren Alter.


Bei begleitenden Fehlbildungen – insbesondere Aortenisthmusstenose oder subvalvulärer Stenose – können die Symptome durch die Druckbelastung des linken Ventrikels und Schwierigkeiten bei der Aufrechterhaltung eines normalen systemischen Ausstoßes dominiert werden. Die klinische Beurteilung muss daher stets das gesamte Spektrum der möglichen Läsionen im linken Herzen berücksichtigen.


Die Differenzialdiagnose umfasst angeborene Formen der Mitralklappenstenose, wie die doppelorifizierte oder dysplastische Mitralklappe, sowie partielle atrioventrikuläre Septumdefekte, bei denen eine supravalvuläre Membran Teil des anatomischen Defekts sein kann. Die Unterscheidung ist entscheidend, da sich die chirurgischen Strategien erheblich unterscheiden können.

Diagnose

Die Diagnose des supravalvulären Mitralrings beruht auf der Integration von klinischem Verdacht, gezielter Auskultation und hochauflösender echokardiografischer Bildgebung.
In milden oder inkompletten Formen kann die Diagnose verzögert gestellt werden, meist nach dem Nachweis eines diastolischen Herzgeräusches oder dem Auftreten von Symptomen infolge reduzierter Ventrikelfüllung.
Bei Neugeborenen mit schweren Formen hingegen kann das klinische Bild einer kongenitalen Mitralklappenstenose ähneln und sich mit frühzeitigen Zeichen einer Herzinsuffizienz präsentieren.


Die körperliche Untersuchung kann ein diastolisches Geräusch an der Herzspitze zeigen, gelegentlich in Kombination mit einem verstärkten zweiten Herzton, wobei die Befunde oft unspezifisch und unauffällig sind. Bei älteren Kindern kann eine linksatriale Hypertrophie auskultatorisch mit Arrhythmien oder einem verbreiterten apikalen Impuls auffallen.


Transthorakale Echokardiografie ist der Goldstandard zur Diagnose:

Die supravalvuläre Membran erscheint als echodichte Linie, die die linke Vorhofhöhle unmittelbar oberhalb der Mitralöffnung durchzieht.

    Weitere wichtige Informationen umfassen:

  • Vorhandensein, Morphologie und Dicke der Membran.
  • Ausdehnung der Läsion und ihre Adhärenz an den Mitralsegeln.
  • Transmitraler diastolischer Gradient, bestimmt mittels kontinuierlichem Doppler.
  • Beurteilung der Größe und Funktion des linken Ventrikels.
  • Identifikation assoziierter Anomalien: Aortenisthmusstenose, subaortale Stenose, Septumdefekte.

Der Druckgradient über die Mitralöffnung kann von leicht bis schwer reichen. Ein mittlerer Gradient ≥ 5 mmHg weist auf eine signifikante Obstruktion hin. Die Beurteilung sollte jedoch stets im Kontext des gesamten hämodynamischen Zustands und des Alters des Patienten erfolgen.


Wenn die Anatomie in der transthorakalen Echokardiografie nicht eindeutig beurteilbar ist, wird auf die transösophageale Echokardiografie zurückgegriffen, die eine genauere Darstellung der Membran ermöglicht, insbesondere bei älteren Patienten oder bei eingeschränktem akustischem Fenster. Die kardiale Magnetresonanztomografie kann in komplexen Fällen oder zur postoperativen Verlaufskontrolle als ergänzende Untersuchung nützlich sein.


Der Herzkatheter ist für die alleinige Diagnosestellung nicht routinemäßig erforderlich, kann jedoch zur Klärung des hämodynamischen Profils vor einer Operation oder bei Vorliegen mehrerer gleichzeitiger Läsionen im linken Herzen angezeigt sein. Die Messung des Vorhof- und Ventrikeldrucks sowie des transmitralen Gradienten rundet das diagnostische Bild bei symptomatischen oder chirurgisch indizierten Patienten ab.

Behandlung und Prognose

Die Behandlung des supravalvulären Mitralrings erfolgt bei symptomatischen Patienten oder bei Vorliegen eines signifikanten Gradienten über die Mitralklappe chirurgisch. Ziel ist die vollständige Entfernung der obstruierenden Membran zur Wiederherstellung eines freien diastolischen Flusses in den linken Ventrikel sowie zur Reduktion des Drucks im linken Vorhof und im pulmonalen Kreislauf.


Die Operationsindikation basiert auf einer Kombination aus klinischem Bild, transvalvulärem Gradienten und Vorliegen einer pulmonalen Hypertonie. In der Regel rechtfertigt ein mittlerer Gradient ≥ 5 mmHg, in Kombination mit Symptomen oder signifikanten hämodynamischen Veränderungen, die chirurgische Korrektur.


Der Eingriff besteht in der kompletten Resektion der supravalvulären Membran über einen linken Vorhofzugang, wobei darauf zu achten ist, die darunterliegenden Klappensegel nicht zu verletzen. Bei ausgeprägter Adhärenz oder begleitender Mitralklappendysplasie kann eine Klappenrekonstruktion oder in seltenen Fällen ein Klappenersatz erforderlich sein.


Wenn der Ring Teil eines komplexeren Krankheitsbildes ist, wie beim Shone-Syndrom, muss die Behandlung auch die anderen begleitenden Anomalien (Koarktation, subvalvuläre Aortenstenose usw.) umfassen, mit einer koordinierten und individuell angepassten chirurgischen Strategie.


Die Prognose ist bei den meisten Patienten, die sich einer isolierten Membranresektion unterziehen, günstig – insbesondere wenn die Operation vor dem Auftreten irreversibler Schäden an der Ventrikelfunktion oder dem Klappenapparat durchgeführt wird. Das Rezidivrisiko ist bei vollständiger Exzision gering, erfordert jedoch ein regelmäßiges echokardiografisches Follow-up.


Bei Patienten, die spät operiert werden oder bei denen eine begleitende Klappendysplasie vorliegt, können persistierende Mitralklappendysfunktionen oder eine verbleibende pulmonale Hypertonie auftreten, die zusätzliche Therapien oder spätere Reoperationen erforderlich machen. Die Früherkennung und präzise präoperative Beurteilung sind entscheidend für das Langzeitergebnis.

Komplikationen

Komplikationen des supravalvulären Mitralrings können sowohl ohne Behandlung als auch nach chirurgischer Korrektur auftreten. In unbehandelten Fällen besteht die Hauptfolge in einer fortschreitenden pulmonalvenösen Hypertonie infolge der Mitralklappenobstruktion. In schweren Fällen kann dies zu einer Linksherzinsuffizienz, einer Beeinträchtigung der Ventrikelfüllung und dem Risiko eines akuten Lungenödems führen, insbesondere im Neugeborenenalter.


Eine weitere mögliche Spätkomplikation ist die Entwicklung eines Vorhofflimmerns, begünstigt durch die progressive Dilatation des linken Vorhofs. Bei Patienten mit verspäteter Diagnosestellung kann es zu einer allmählichen Verschlechterung der diastolischen Funktion des linken Ventrikels kommen, mit verminderter funktioneller Reserve und reduzierter Belastungstoleranz.


Nach chirurgischem Eingriff ist die gefürchtetste Komplikation das Rezidiv des Rings, das bei unvollständiger Resektion oder verbleibendem fibrösem Gewebe auftreten kann. In diesen Fällen kann eine Reoperation erforderlich werden, insbesondere wenn der transvalvuläre Gradient erneut über akzeptable Grenzen ansteigt.


Bei gleichzeitiger Dysplasie der Mitralklappe kann die Entfernung des Rings allein nicht ausreichen, um eine normale Klappenfunktion wiederherzustellen. In solchen Fällen kann eine postoperative Mitralklappeninsuffizienz auftreten oder ein früher Klappenersatz notwendig werden.


Weitere Komplikationen, wenn auch selten in spezialisierten Zentren, umfassen Verletzungen der Klappensegel während der Resektion, vorübergehende ventrikuläre Dysfunktion sowie Arrhythmien in der postoperativen Phase. Aus diesem Grund ist ein strukturiertes kardiologisches Follow-up mit regelmäßigen echokardiografischen Kontrollen und klinischer Überwachung, insbesondere in den ersten Jahren nach der Operation, unerlässlich.

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