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Fallschirm-MitralKlappe

Die Fallschirm-MitralKlappe ist eine seltene angeborene Anomalie, bei der alle Sehnenfäden (Chordae tendineae) der Mitralklappe an einem einzigen Papillarmuskel ansetzen, anstatt an zwei getrennten wie in der normalen Herz-Anatomie. Diese Anordnung verleiht der Klappe das typische fallschirmartige Erscheinungsbild. Die abnorme Struktur schränkt die Beweglichkeit der Klappensegel ein und behindert den normalen diastolischen Blutfluss vom linken Vorhof in die linke Herzkammer, was funktionell zu einem Bild der Mitralstenose führt – häufig ohne strukturelle Veränderungen der Segel selbst.


Der Begriff „Fallschirm“ leitet sich vom morphologischen Erscheinungsbild des Mitralklappenkomplexes ab, bei dem die Klappensegel zu einem zentralen Punkt konvergieren, was visuell an eine aufgehängte Kuppel erinnert. Die Schwere der Obstruktion hängt von mehreren Faktoren ab: Länge der Sehnenfäden, Lage des Papillarmuskels, Größe der Mitralöffnung und Vorhandensein begleitender Veränderungen.


Diese Fehlbildung kann isoliert auftreten, ist jedoch häufiger Bestandteil komplexer Syndrome mit Obstruktion der linken Herzhälfte, insbesondere im Rahmen des Shone-Syndroms. Eine frühzeitige Diagnose ist entscheidend, um die Entwicklung einer pulmonalen Hypertonie und einer fortschreitenden Herzinsuffizienz zu verhindern.

Ätiologie, Pathogenese und Pathophysiologie

Die Fallschirm-MitralKlappe entsteht durch eine Entwicklungsstörung der Papillarmuskeln während der Herzmorphogenese, insbesondere in der vierten und fünften Schwangerschaftswoche. Unter normalen Bedingungen tragen die Endokardkissen und das aus den Neuralleistenzellen stammende Mesenchym zur Bildung von zwei getrennten Papillarmuskeln bei — einem anterolateralen und einem posteromedialen —, die als Ansatzpunkte für die Sehnenfäden der Mitralklappensegel dienen.


Bei der Fallschirm-Klappe hingegen kommt es zu einem Fehlschlagen der Segmentierung und Migration des myokardialen Vorläufers, wodurch nur ein einziger zentral oder exzentrisch gelegener Papillarmuskel entsteht. Alle Sehnenfäden setzen an dieser einen Struktur an, was die symmetrische Öffnung der Segel einschränkt und zu einer funktionellen Mitralstenose führt – selbst ohne Kommissurenfusion oder erkennbare valvuläre Dysplasie.


Das Bild kann isoliert sein, ist jedoch häufig mit anderen Anomalien der linken Herzhälfte assoziiert und Teil des Shone-Syndroms (ein Fehlbildungskomplex, der supravalvulären Mitralring, Aortenisthmusstenose und subaortale Stenose umfasst). In diesen Fällen stellt die Klappenanomalie nur ein Element einer multisegmentalen Obstruktion in einem hypoplastischen oder funktionell eingeschränkten linken Herzen dar.


Unter den bekannten Risikofaktoren wurden familiäre Fälle und Mutationen in Genen beschrieben, die an der Herzmorphogenese beteiligt sind (z.B. GATA4, TBX5 und NKX2-5), obwohl die Fehlbildung bei den meisten Patienten sporadisch auftritt. Es ist möglich, dass epigenetische Störungen oder frühe Umwelteinflüsse die Trennung und Positionierung der Papillarmuskeln beeinträchtigen.


Der pathophysiologische Mechanismus der Funktionsstörung besteht in der einseitigen Zugkraft auf die Klappensegel während der Diastole. Die konzentrische Anheftung der Sehnen an nur einen Muskel verhindert eine weite, koordinierte Öffnung der Mitralklappensegel, was zu einer verengten Klappenöffnung und einem turbulenten Blutfluss zwischen linkem Vorhof und linker Kammer führt. Dies verursacht einen progressiven Druckanstieg im linken Vorhof und in den pulmonalvenösen Gefäßen, mit Symptomen einer Lungenstauung bereits im frühen Kindesalter.


Im Laufe der Zeit kann das chronische Füllungshindernis zu einer kompensatorischen Hypertrophie des linken Ventrikels führen, insbesondere bei begleitenden Läsionen. Die verminderte Dehnbarkeit des Ventrikels verschlechtert die diastolische Füllung weiter und erhöht die Füllungsdrücke progressiv, mit letztlicher Beeinträchtigung der globalen Pumpfunktion.


In einigen Fällen kann der asymmetrische Zug der Sehnenfäden auch die systolische Koaptation stören und eine sekundäre Mitralklappeninsuffizienz begünstigen. Wenn der Druckoverload und das ventrikuläre Remodeling nicht rechtzeitig korrigiert werden, können sich irreversible hämodynamische Störungen und ein erhöhtes Risiko für Arrhythmien entwickeln, insbesondere im späteren Alter.

Klinische Manifestationen

Die klinischen Manifestationen der Fallschirm-MitralKlappe variieren je nach Ausmaß der Mitralobstruktion, dem Vorhandensein begleitender Läsionen und der Kompensationsfähigkeit der linken Herzhälfte. Leichte Formen können jahrelang asymptomatisch bleiben, während schwere Fälle bereits in den ersten Lebenstagen oder -wochen mit einem Bild der Herzinsuffizienz auftreten.


Beim symptomatischen Neugeborenen spiegeln die Beschwerden eine Druckbelastung des linken Vorhofs und einen Anstieg des pulmonalen Gefäßdrucks wider.

    Die häufigsten Symptome sind:

  • Beschleunigte, angestrengte Atmung auch in Ruhe.
  • Schwierigkeiten beim Saugen und starkes Schwitzen während der Nahrungsaufnahme.
  • Unzureichende Gewichtszunahme.
  • Reizbarkeit, Hypotonie und rasche Ermüdbarkeit.
  • In fortgeschrittenen Fällen Hepatomegalie und reduzierte Diurese.

In diesem Stadium kann das klinische Bild anderen Formen der kongenitalen Mitralstenose ähneln. Die Diagnose wird häufig erst nach Durchführung einer Echokardiographie bei Verdacht auf eine Herzfehlbildung aufgrund klinischer Anzeichen gestellt.


Bei älteren Kindern ist Belastungsdyspnoe oft das Leitsymptom, begleitet von früher Ermüdbarkeit, Palpitationen oder eingeschränkter Leistungsfähigkeit. In Abwesenheit offensichtlicher Symptome kann die Fehlbildung auch zufällig bei der Untersuchung eines Herzgeräusches oder bei EKG-Veränderungen entdeckt werden.


Im Jugendalter können die hämodynamischen Folgen der Klappe deutlicher hervortreten. Eine Vergrößerung des linken Vorhofs prädisponiert zu supraventrikulären Arrhythmien wie Vorhoftachykardien oder Vorhofflimmern, die auch bei scheinbar gut kompensierten Patienten auftreten können.


Bei der körperlichen Untersuchung sind typische Befunde ein diastolisches Geräusch am Herzspitzenbereich, das bei Neugeborenen schwer zu hören ist, sowie ein betonter zweiter Herzton bei pulmonaler Hypertonie. Bei älteren Kindern kann ein verbreiterter oder unregelmäßiger Herzspitzenstoß auf eine ventrikuläre Volumenbelastung hinweisen.


Bei Patienten mit Shone-Syndrom tritt die Fallschirm-Klappe zusammen mit weiteren Obstruktionen der linken Herzhälfte auf, und das klinische Bild ergibt sich aus der Summe der Veränderungen. Das gleichzeitige Vorliegen einer Aortenisthmusstenose oder einer subaortalen Stenose kann die Symptome verfrüht hervorrufen oder deren Intensität verstärken.


Bei Entwicklung einer sekundären Mitralinsuffizienz kann sich das klinische Bild zu Zeichen der Volumenbelastung mit eingeschränkter Belastbarkeit und progressiver Vorhofvergrößerung weiterentwickeln. Auch bei asymptomatischen Patienten ist eine sorgfältige Verlaufskontrolle erforderlich, um eine Krankheitsprogression frühzeitig zu erkennen und langfristige Komplikationen zu verhindern.

Diagnose

Die Diagnose der Fallschirm-MitralKlappe erfordert eine Kombination aus klinischem Verdacht, gezielter körperlicher Untersuchung und hochauflösender echokardiographischer Bildgebung. Die Anomalie wird bei Neugeborenen und Säuglingen mit Symptomen einer Linksherzinsuffizienz ohne offensichtliche Klappendysplasie vermutet oder bei älteren Kindern mit verminderter Belastungstoleranz und apikalem diastolischem Geräusch. In vielen Fällen wird sie jedoch zufällig im Rahmen der Abklärung eines Herzgeräusches oder EKG-Befundes entdeckt.


Die transthorakale Echokardiographie ist die Untersuchung der ersten Wahl und ermöglicht in den meisten Fällen die Diagnose. Das charakteristische Merkmal ist die Anheftung aller Sehnenfäden an einen einzigen Papillarmuskel, der sich in der Regel an der inferomedialen Wand des linken Ventrikels befindet. Dieser Befund kann bei Neugeborenen oder eingeschränktem Schallfenster schwerer darstellbar sein, aber die Ausrichtung der Sehnen und die Form der Mitralöffnung helfen, die Fehlbildung von anderen Klappenstenosen abzugrenzen.


Mit kontinuierlichem Doppler lässt sich der transvalvuläre Druckgradient quantifizieren, der je nach Länge und Spannung der Sehnen stark variieren kann. Ein mittlerer Gradient von ≥5 mmHg spricht für eine signifikante Obstruktion, muss jedoch im Kontext von Ventrikelgröße und systemischem Auswurf interpretiert werden. Bei multiplen Läsionen wie im Shone-Syndrom kann der Gradient durch andere Obstruktionen über- oder unterhalb der Mitralklappe verfälscht sein.


Der diastolische Mitralfluss erscheint typischerweise verlangsamt, mit Aliasing und mitunter verlängerter Dezelerationszeit. Die Beurteilung der Ventrikelfunktion, des Vorhoffüllungsdrucks und des pulmonalarteriellen Drucks ist für die Risikostratifikation und die Therapieplanung wesentlich.


Die transösophageale Echokardiographie ist angezeigt bei unzureichendem transthorakalem Fenster oder unklarer Anatomie zur OP-Planung. Sie bietet eine präzisere Darstellung der Klappenebene, der Segel, Sehnen und Papillarmuskeln und erlaubt die Unterscheidung zwischen reinen Fallschirmformen und „Fast-Fallschirm“-Varianten, bei denen beide Papillarmuskeln eng beieinander liegen.


Die Kardio-MRT ist bei älteren Kindern oder komplexer Anatomie indiziert. Sie liefert entscheidende Informationen über die Anatomie der linken Herzhälfte, ventrikuläre Masse und Funktion sowie über die Vorhofgröße. Besonders nützlich ist sie in der Nachsorge operierter Patienten zur Funktionsüberwachung und zum frühzeitigen Nachweis einer diastolischen Dysfunktion oder progressiven Dilatation.


Die Herzkatheteruntersuchung ist speziellen Fällen vorbehalten: bei Diskrepanzen zwischen Klinik und Echobefund, bei Ventrikelhypoplasie oder zur vollständigen hämodynamischen Beurteilung vor einer Operation. Sie erlaubt direkte Messungen von Vorhofdruck, transvalvulärem Gradient, Herzzeitvolumen und pulmonalem Gefäßwiderstand.


Die differentialdiagnostische Abgrenzung umfasst kongenitale Mitralstenosen bei dysplastischer Klappe, supravalvulären Mitralring und doppelorifizierte Mitralklappe. Da bei der Mitralklappenregion oft mehrere Fehlbildungen koexistieren, müssen die Anordnung der Sehnen, die Koaptation der Segel und die Geometrie des linken Ventrikels sorgfältig beurteilt werden.


Eine frühzeitige und präzise Diagnose ist entscheidend für eine strukturierte Nachsorge und – falls erforderlich – für die rechtzeitige Planung eines chirurgischen Eingriffs vor dem Auftreten irreversibler pulmonaler Hypertonie oder ventrikulärer Dysfunktion. Bei asymptomatischen Patienten ermöglicht die anatomische Definition die Unterscheidung zwischen progressiven Formen und solchen, die nur einer langfristigen Beobachtung bedürfen.

Behandlung und Prognose

Die therapeutische Strategie bei Fallschirm-MitralKlappe richtet sich nach mehreren Faktoren: Ausmaß der Mitralobstruktion, klinische Symptomatik, linksventrikuläre Funktion und begleitende Fehlbildungen. Leichte oder hämodynamisch unbedeutende Formen benötigen keine sofortige Behandlung, sollten jedoch regelmäßig überwacht werden, um frühzeitig Anzeichen einer Progression zu erkennen.


Bei symptomatischen Patienten oder bei signifikantem transvalvulärem Gradient ist eine chirurgische Behandlung angezeigt, die darauf abzielt, das funktionelle Hindernis des diastolischen Blutflusses zu beseitigen.


    Ein Eingriff ist indiziert bei:

  • Progredienter Dyspnoe oder Zeichen einer Linksherzinsuffizienz.
  • Persistierendem oder ansteigendem mittlerem Gradient ≥5–7 mmHg im Verlauf.
  • Progressiver Vorhofvergrößerung oder pulmonaler Hypertonie.
  • Verschlechterung der linksventrikulären Funktion oder Auftreten von Arrhythmien.

Das chirurgische Vorgehen richtet sich nach der Klappenmorphologie und dem Grad der Obstruktion. Ziel ist die Wiederherstellung eines ausreichenden diastolischen Blutflusses durch die Mitralklappe unter Erhalt der nativen Anatomie, soweit möglich. Wenn wie bei der klassischen Form alle Sehnen an einem Papillarmuskel ansetzen, kann eine chirurgische Verlagerung oder Modellierung der Sehnenfäden vorgenommen werden, um die Spannungsverteilung zu verbessern und eine symmetrischere Öffnung zu ermöglichen.

    Die chirurgischen Strategien lassen sich in drei Hauptkategorien einteilen:

  • Konservative Rekonstruktion: umfasst eine Mitralvalvuloplastie, perkutan oder chirurgisch, mit dem Ziel, die Klappenöffnung zu erweitern und die native Struktur zu erhalten. Bei Fallschirmklappen kann dies mit einer Umlagerung der Sehnenfäden auf mehrere Ansatzpunkte kombiniert werden, um die Spannung gleichmäßiger zu verteilen und eine symmetrische Öffnung während der Diastole zu ermöglichen.
  • Komplexe chirurgische Rekonstruktion: angezeigt bei gleichzeitig bestehender Klappendysplasie, Ringhypoplasie oder deutlicher Fehlstellung der subvalvulären Strukturen. Umfasst erweiterte Eingriffe wie das Einsetzen künstlicher Neochordae, Segelplastiken, Annuloplastie und ggf. Erweiterung des Klappenplanes. Erfordert präzise präoperative Planung und Erfahrung in spezialisierten kinderherzchirurgischen Zentren.
  • Klappenersatz: stellt die ultima ratio dar, wenn eine Rekonstruktion technisch nicht möglich oder erfolglos ist. Kann mit mechanischen Prothesen erfolgen, die eine dauerhafte Antikoagulation erfordern, oder mit biologischen Prothesen, die bei kleinen Patienten bevorzugt werden, aber langfristig strukturell degenerieren können. In Einzelfällen kann auch ein homologer Mitralersatz aus Spendergewebe eingesetzt werden.

Die Entscheidung zwischen Rekonstruktion und Ersatz hängt von vielen Faktoren ab, darunter das Alter des Patienten, die Gewebequalität und das Vorhandensein begleitender Läsionen. Wenn möglich, wird eine rekonstruktive Klappenerhaltung bevorzugt, um die anatomische Struktur zu bewahren und eine bessere ventrikuläre Remodellierung nach der Operation zu ermöglichen. Bei Kindern bringt der Ersatz mit mechanischen Prothesen eine dauerhafte Antikoagulation mit sich, während Bioprothesen ein Risiko für frühzeitige Degeneration aufweisen.


Bei Patienten mit Shone-Syndrom oder komplexen Anomalien der linken Herzhälfte muss die Mitralklappenchirurgie in ein kombiniertes Vorgehen integriert werden, das Korrektur der Aortenisthmusstenose, Resektion supravalvulärer Ringe oder subaortale Plastiken einschließen kann. In diesen Fällen wird die Therapie in spezialisierten kinderherzchirurgischen Zentren definiert und auf das globale hämodynamische Gleichgewicht abgestimmt.


Die Prognose hängt vom Zeitpunkt der Diagnose und von der Möglichkeit einer vollständigen Korrektur ab. Bei isolierten, frühzeitig behandelten Formen ist der Verlauf in der Regel günstig, mit Rückbildung der Symptomatik, Normalisierung des pulmonalen Drucks und Wiederherstellung der diastolischen Funktion. Eine Langzeitüberwachung ist jedoch erforderlich, um folgende Aspekte frühzeitig zu erkennen:


Die Nachsorge umfasst regelmäßige kardiologische Kontrollen, serielle Echokardiographien sowie funktionelle Tests wie Belastungsuntersuchungen oder MRT in komplexeren Fällen. Bei Prothesenträgern sind spezifische Kontrollen der Antikoagulation und Überwachung auf Thrombose- oder Endokarditisrisiken erforderlich.


Eine frühzeitige Diagnose, sorgfältige chirurgische Planung und strukturierte Nachsorge sind entscheidend, um eine gute Lebensqualität zu gewährleisten und langfristige Komplikationen zu vermeiden.

Komplikationen

Die Komplikationen der Fallschirm-MitralKlappe hängen sowohl von der initialen Obstruktionsschwere als auch von der rechtzeitigen und qualitativ hochwertigen chirurgischen Behandlung ab. Bei unbehandelten oder spät versorgten Patienten ist die häufigste Entwicklung eine chronische pulmonale Hypertonie, infolge der anhaltenden Druckbelastung des linken Vorhofs. Diese kann irreversibel werden, wenn nicht frühzeitig eingegriffen wird.


Eine weitere wichtige Komplikation ist die linksventrikuläre Dysfunktion, bedingt durch den chronischen diastolischen Füllungsdefizit. Wenn die Obstruktion zu Hypertrophie und verminderter Compliance führt, kann sich eine restriktive Kardiomyopathie mit eingeschränkter funktioneller Reserve entwickeln – auch nach chirurgischer Korrektur.


Bei chirurgisch behandelten Patienten ist die häufigste Komplikation die postoperative Mitralinsuffizienz, die aus verbliebener Sehnenspannung, unvollständiger Koaptation der Segel oder intraoperativem Sehnenschaden resultieren kann. In schweren Fällen kann eine erneute Operation oder später ein definitiver Klappenersatz erforderlich sein.


Postoperative Mitralrestenosen treten seltener auf, können aber bei fibrotischem Restgewebe, ausgeprägter Hypoplasie oder asymmetrischem Mitralkomplexwachstum vorkommen. Eine regelmäßige echokardiographische Überwachung ist entscheidend, um neue Flussbehinderungen frühzeitig zu erkennen.


Bei Patienten, die spät operiert werden oder bereits eine deutliche Vorhoferweiterung aufweisen, können supraventrikuläre Arrhythmien auftreten, insbesondere Vorhofflimmern oder ektopische Vorhoftachykardien. Diese können die pulmonale Stauung verschärfen und pharmakologisch oder interventionell behandelt werden müssen.


Eine weitere typische Komplikation bei syndromalen Formen ist die Progression begleitender Obstruktionsläsionen, wie z.B. Aortenisthmusstenose oder subaortale Stenose. In solchen Fällen reicht selbst eine optimale Mitralkorrektur nicht aus, um ein stabiles hämodynamisches Gleichgewicht zu gewährleisten, sodass zusätzliche Eingriffe erforderlich werden können.


Schließlich sind bei Patienten mit mechanischem Klappenersatz langfristige Risiken der dauerhaften Antikoagulation zu berücksichtigen, darunter Blutungen, Klappenthrombosen und infektiöse Endokarditis. Träger biologischer Prothesen sind hingegen einem Risiko struktureller Degeneration mit der Notwendigkeit einer erneuten Operation nach mehreren Jahren ausgesetzt.


Ein interdisziplinäres Management und spezialisierte kardiologische Nachsorge sind entscheidend, um den klinischen Verlauf zu überwachen, frühe Anzeichen von Dekompensation oder Klappendysfunktion zu erkennen und langfristig angepasste Therapiestrategien zu planen.

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