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Reentry-Ventrikuläre Tachykardie mit anatomischem Hindernis

Die Reentry-ventrikuläre Tachykardie (VT) mit anatomischem Hindernis ist eine Form der anhaltenden monomorphen ventrikulären Tachykardie, die durch das Vorhandensein eines Reentry-Kreises verursacht wird, der um ein festes anatomisches Hindernis herum etabliert ist, wie beispielsweise eine postinfarktbedingte Narbe oder eine myokardiale Fibrose. Im Gegensatz zu anderen ventrikulären Tachykardien basiert die Reentry-Mechanik bei dieser Arrhythmie auf einem permanenten strukturellen Substrat, das eine wiederkehrende Aktivierung des Ventrikelmyokards verursacht.


Diese Arrhythmie tritt hauptsächlich bei Patienten mit fortgeschrittenen strukturellen Herzerkrankungen auf, insbesondere bei solchen mit Folgen eines Myokardinfarkts oder einer dilatativen Kardiomyopathie. Die mit diesen Substraten assoziierte ventrikuläre elektrische Instabilität begünstigt die Entstehung stabiler Reentry-Kreise, die Episoden einer anhaltenden ventrikulären Tachykardie auslösen können.


Die Reentry-VT mit anatomischem Hindernis ist klinisch besonders relevant, da sie hämodynamisch instabile Episoden verursachen und das Risiko eines plötzlichen Herztods erhöhen kann. Die frühzeitige Erkennung des arrhythmogenen Substrats ist entscheidend für die Festlegung einer adäquaten therapeutischen Strategie, die eine Katheterablation oder die Implantation eines implantierbaren Kardioverter-Defibrillators (ICD) umfassen kann.

Ätiologie und Pathogenese

Der Hauptmechanismus der Reentry-VT mit anatomischem Hindernis ist das Vorhandensein einer strukturellen Barriere im Myokard, die die gleichmäßige Ausbreitung elektrischer Impulse verhindert und einen abnormen elektrischen Kreislauf erzeugt. Diese Situation resultiert aus pathologischen Prozessen, die das Myokard schädigen und zur Bildung von fibrotischem Gewebe mit veränderten elektrophysiologischen Eigenschaften führen.


Die wichtigsten Ursachen, die zur Ausbildung dieser Reentry-Kreise führen, sind:

Pathophysiologie

Die Reentry-VT mit anatomischem Hindernis entsteht in Gegenwart eines stabilen strukturellen Substrats, das den normalen Fluss des elektrischen Impulses stört.


Die Entstehung eines Reentry-Kreises hängt von drei wesentlichen Elementen ab:


Wenn ein elektrischer Impuls auf eine unidirektionale Blockade trifft, kann er in die langsame Leitungsbahn eintreten und anschließend über die schnelle Leitungsbahn den Reentry-Kreis erneut durchlaufen. Dieser Vorgang wiederholt sich zyklisch und erzeugt die anhaltende ventrikuläre Tachykardie.


Elektrokardiographisch zeigt sich die Reentry-VT mit anatomischem Hindernis durch einen breiten QRS-Komplex, dessen Morphologie für jeden Patienten je nach Lokalisation der Narbe und Verlauf des Reentry-Kreises charakteristisch ist. Bei Patienten mit anteriorem Myokardinfarkt zeigt die VT häufig ein Linksschenkelblockbild mit inferiorer Achse, während bei Patienten mit inferiorem Infarkt das Muster einem Rechtsschenkelblock ähneln kann.


Klinisch zeichnet sich die Reentry-VT mit anatomischem Hindernis durch eine hohe Stabilität des Rhythmus aus, wobei Episoden sich über mehrere Minuten oder Stunden selbst erhalten können und so das Risiko einer hämodynamischen Verschlechterung erhöhen.

Hämodynamische Folgen

Die hämodynamischen Auswirkungen der Reentry-VT hängen von der Frequenz der Tachykardie und der kardialen Funktion des Patienten ab. Bei Patienten mit vorbestehender ventrikulärer Dysfunktion können verlängerte Tachykardie-Episoden zu folgenden Komplikationen führen:

Bei einigen Patienten kann eine wiederholte VT zur Entwicklung einer tachykardieinduzierten Kardiomyopathie führen, einer reversiblen Herzinsuffizienz, sobald die Tachykardie beendet und der Sinusrhythmus wiederhergestellt ist.

Risikofaktoren und Prävention

Die Reentry-VT mit anatomischem Hindernis entwickelt sich ausschließlich bei Patienten mit pathologischem strukturellem Substrat, wie einer postinfarktbedingten Narbe oder myokardialer Fibrose. Die Entstehung dieser Veränderungen ist jedoch nicht zufällig: Es bestehen Risikofaktoren, die die Bildung von fibrotischem oder narbigem Gewebe fördern und damit die Wahrscheinlichkeit für diese Arrhythmie erhöhen.


Die wichtigsten Risikofaktoren sind Zustände, die chronischen Myokardschaden und die Fortschreitung der ventrikulären Fibrose begünstigen:


Die Prävention der Reentry-VT mit anatomischem Hindernis basiert auf der sorgfältigen Kontrolle kardiovaskulärer Risikofaktoren und dem Schutz des verbliebenen Myokardgewebes bei Patienten mit struktureller Herzerkrankung. Die Blutdruckkontrolle mittels ACE-Hemmern oder Sartanen, die Behandlung von Diabetes und Dyslipidämie mit Antidiabetika und Statinen sowie die Modifikation des Lebensstils mit Rauchstopp und regelmäßiger körperlicher Aktivität sind grundlegende Maßnahmen, um das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen und das Arrhythmierisiko zu reduzieren.


Bei Patienten mit bekannter Herzerkrankung ist eine engmaschige kardiologische Überwachung essenziell, einschließlich Untersuchungen wie der kardialen Magnetresonanztomographie, um frühzeitig potenziell arrhythmogene Fibroseareale zu erkennen. In manchen Fällen kann eine elektrophysiologische Untersuchung latente Reentry-Kreise identifizieren, was eine frühzeitige Intervention mittels Katheterablation ermöglicht. Bei Hochrisikopatienten für plötzlichen Herztod stellt die Implantation eines ICD die wichtigste sekundäre Präventionsmaßnahme dar.

Klinische Manifestationen

Anamnese

Das klinische Erscheinungsbild der Reentry-VT mit anatomischem Hindernis steht in engem Zusammenhang mit der Grunderkrankung.
Eine Vorgeschichte von Myokardinfarkt ist der wichtigste Befund, da sie auf ein arrhythmogenes Narbensubstrat hindeutet.
Auch Patienten mit dilativer Kardiomyopathie oder postoperativen Folgen sollten als Risikopatienten betrachtet werden. Es ist wichtig, Informationen über schnelle und regelmäßige Palpitationen, Episoden von Präsynkope oder Synkope sowie über vorherige Anzeichen einer Herzinsuffizienz zu erheben.

Bei Patienten mit residualer Ischämie oder Elektrolytstörungen kann die VT plötzlich auftreten. Einige Patienten berichten über selbstlimitierende Episoden ventrikulärer Tachykardie, während bei anderen die Tachykardie bestehen bleibt und zu hämodynamischer Instabilität führt.

Symptome

Die Symptomatik der Reentry-VT mit anatomischem Hindernis hängt von der Tachykardiefrequenz und der hämodynamischen Reserve des Patienten ab.
Palpitationen sind häufig das erste berichtete Symptom und werden als plötzlich, schnell und regelmäßig beschrieben.
Bei Patienten mit eingeschränkter Ventrikelfunktion kann die Tachykardie zu zunehmender Belastungsintoleranz und einer progressiven Dyspnoe während der Arrhythmieepisoden führen.
In schweren Fällen führt die verminderte zerebrale Durchblutung zu Präsynkopen oder Synkopen. Einige Patienten klagen über Brustschmerzen, insbesondere wenn eine begleitende Myokardischämie vorliegt.

Körperliche Untersuchung

Während einer anhaltenden VT-Episode können beim Patienten Zeichen hämodynamischer Instabilität auftreten. Die Herzfrequenz liegt meist zwischen 120 und 200 bpm und der Puls ist regelmäßig, aber häufig schwach.
In fortgeschrittenen Fällen kann die reduzierte Herzzeitvolumen eine Hypotonie verursachen, begleitet von Schwitzen, Blässe und bei linksventrikulärer Dysfunktion Zeichen einer pulmonalen Stauung wie basalen Rasselgeräuschen.
Bei Patienten mit fortgeschrittener Kardiomyopathie können verlängerte Tachykardieepisoden zu einer Verschlechterung der Herzinsuffizienz führen, mit Auftreten von peripheren Ödemen und erhöhtem Jugularvenendruck.

Diagnose

Die Reentry-VT mit anatomischem Hindernis muss rasch erkannt werden, um eine adäquate Therapie einzuleiten und schwere Komplikationen zu vermeiden.

Der klinische Verdacht besteht bei Patienten mit bekannter struktureller Herzerkrankung, wie Narben nach Myokardinfarkt, dilatativer Kardiomyopathie oder Myokardfibrose, die anhaltende Tachykardieepisoden mit regelmäßigem Rhythmus und breitem QRS-Komplex sowie Symptomen von plötzlichen Palpitationen und Dyspnoe bis hin zu Synkopen bei schweren Fällen und deutlicher hämodynamischer Beeinträchtigung zeigen.

Die Anamnese sollte Häufigkeit und Dauer der Episoden, mögliche Auslöser und die Reaktion auf frühere medikamentöse Behandlungen erfragen. Eine positive Vorgeschichte von Myokardischämie, Herzoperationen oder Herzinsuffizienz erhöht die Wahrscheinlichkeit eines ventrikulären Ursprunges der Arrhythmie.

Elektrokardiogramm (EKG)

Das 12-Kanal-EKG ist das primäre diagnostische Mittel zur Identifikation der ventrikulären Tachykardie und zur Abgrenzung von anderen breiten QRS-Tachykardien. Wesentliche Merkmale der Reentry-VT mit anatomischem Hindernis sind:


Die Erkennung der QRS-Morphologie ist entscheidend zur Lokalisierung des Arrhythmieherdes und zur weiteren diagnostischen Orientierung.

Langzeitüberwachung

Ist die Arrhythmie im Standard-EKG nicht dokumentiert, wird eine Langzeitüberwachung eingesetzt, um intermittierende Episoden aufzuzeichnen und Symptome mit Tachykardie in Beziehung zu setzen. Häufig verwendete Verfahren sind:

Abgrenzung zur supraventrikulären Tachykardie mit Aberration

Die Reentry-VT mit anatomischem Hindernis muss von supraventrikulären Tachykardien mit Aberration unterschieden werden, die ein ähnliches EKG-Bild zeigen können. Dafür werden folgende Tests und Manöver eingesetzt:

Bildgebung

Bei Patienten mit bekannter oder vermuteter struktureller Herzerkrankung ist die Bildgebung essentiell zur Identifikation des arrhythmogenen Substrats. Die wichtigsten Untersuchungen sind:

Diese Untersuchungen ermöglichen die präzise Lokalisation von geschädigtem Gewebe, das als Substrat für den Reentry-Kreislauf dient.

Elektrophysiologische Untersuchung (EPU)

Bei unklarer Diagnose oder geplanter Ablation ist die elektrophysiologische Untersuchung (EPU) indiziert. Dieses invasive Verfahren ermöglicht:


In einigen Fällen hilft die EPU auch bei der Entscheidung zur Implantation eines ICD, besonders bei Patienten mit signifikanter Ventrikeldysfunktion oder rezidivierenden anhaltenden VT-Episoden.


Ein methodisches diagnostisches Vorgehen basierend auf klinischer und instrumenteller Analyse ermöglicht eine präzise Identifikation der Arrhythmie, den Ausschluss alternativer Diagnosen und die Einleitung einer gezielten Therapie, um unnötige Eingriffe zu vermeiden und die Prognose zu verbessern.

Therapie

Die Behandlung der Reentry-VT mit anatomischem Hindernis richtet sich nach der hämodynamischen Stabilität des Patienten sowie Frequenz und Dauer der Episoden. Das Management folgt einem sequenziellen Ansatz, der die Akutbeendigung der Arrhythmie, die Rezidivprophylaxe und in ausgewählten Fällen die definitive Therapie mittels Ablation oder ICD umfasst.

Management der akuten Episode

Bei Patienten mit anhaltender VT hat die Wiederherstellung des Sinusrhythmus Priorität. Die Wahl der Akuttherapie hängt vom hämodynamischen Zustand ab:

Bei Therapieresistenz ist eine elektrische Kardioversion erforderlich.

Rezidivprophylaxe

Nach Beendigung der akuten Episode ist eine Strategie zur Reduktion des Rezidivrisikos essentiell. Die Langzeittherapie richtet sich nach Episodenfrequenz, struktureller Kardiopathie und Risiko für plötzlichen Herztod.

Therapieoptionen umfassen:

Bei ischämischer Kardiopathie kann eine Revaskularisation die Arrhythmielast senken und die Prognose verbessern.

Individuelle Therapie entsprechend dem Risiko

Die Behandlung sollte an die Patientencharakteristika angepasst werden. Bei einmaligen, selbstlimitierenden Episoden kann eine Überwachung ohne spezifische Therapie ausreichen. Bei rezidivierenden VT-Episoden ist eine Kombination aus medikamentöser Therapie und Ablation häufig die beste Strategie. Bei hohem Risiko für plötzlichen Herztod ist der ICD die einzig wirksame Option.

Prognose

Die Prognose der Reentry-VT mit anatomischem Hindernis hängt von der Grunderkrankung, der ventrikulären Funktion und dem Vorhandensein wirksamer Therapien ab. Bei Patienten mit fortgeschrittener Ventrikeldysfunktion besteht ein erhebliches Risiko für plötzlichen Herztod, insbesondere ohne adäquate Behandlung.

Katheterablation ist eine effektive Therapie mit Erfolgsraten über 80 % bei Patienten mit gut definierten Reentry-Kreisen. Bei ausgedehnten myokardialen Narben kann die VT jedoch trotz Ablation erneut auftreten, weshalb häufig eine Kombination aus Antiarrhythmika und ICD erforderlich ist.

Patienten mit ICD haben eine verbesserte Langzeitprognose, da das Gerät ventrikuläre Tachykardien oder Kammerflimmern schnell therapieren kann. Die Lebensqualität kann jedoch bei Patienten, die häufig Schocks erhalten, beeinträchtigt sein.

Unbehandelt kann die Reentry-VT mit anatomischem Hindernis in instabilere Formen übergehen, mit einem progressiven Risiko für Herzinsuffizienz und arrhythmischen Tod. Deshalb sind eine frühzeitige Diagnose und eine gezielte Behandlung entscheidend, um Überleben und Lebensqualität zu verbessern.


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