AdBlock rilevato
Wir haben einen aktiven AdBlocker erkannt!

Bitte deaktiviere deinen AdBlocker oder füge diese Seite zu den Ausnahmen hinzu.

Unsere Werbung ist nicht aufdringlich und wird dich nicht stören.
Sie ermöglicht es der Website, sich zu finanzieren, zu wachsen und dir neue Inhalte bereitzustellen.

Du kannst auf die Inhalte nicht zugreifen, solange der AdBlocker aktiv ist.
Nachdem du ihn deaktiviert hast, wird dieses Fenster automatisch geschlossen.

Sfondo Header
L'angolo del dottorino
Suche auf der Website... Erweiterte Suche

Atrioventrikuläre Dissoziation

Die atrioventrikuläre Dissoziation (AVD) ist ein Zustand, bei dem Atria und Ventrikel unabhängig voneinander aktiviert werden, ohne die normale Leitung des Sinusimpulses über den atrioventrikulären (AV) Knoten. Unter physiologischen Bedingungen stellt der AV-Knoten die Verbindung zwischen der elektrischen Aktivierung der Vorhöfe und der Ventrikel dar und gewährleistet eine synchrone Aktivierung beider Herzkammern. Bei der AVD geht diese Synchronisation verloren, was Auswirkungen auf die Herzfunktion hat.


Je nach Dauer kann die AV-Dissoziation in zwei Hauptformen unterschieden werden:

Die Unterscheidung zwischen transienter und persistierender AVD ist klinisch bedeutsam, da transiente Formen häufig keiner spezifischen Therapie bedürfen, während persistierende Formen therapeutische Maßnahmen erfordern können.


Die Prävalenz der AVD variiert je nach klinischem Kontext und zugrundeliegender Ursache. Es handelt sich nicht um eine eigenständige Erkrankung, sondern um ein Phänomen, das in verschiedenen kardiologischen Situationen auftreten kann.

Die AVD ist häufiger bei älteren Menschen und Patienten mit strukturellen Herzerkrankungen, während sie bei jungen, gesunden Personen selten und meist vorübergehend ist. Die klinische Bedeutung hängt vom Typ und der zugrunde liegenden Ursache ab, wobei persistierende Formen prognostisch bedeutsamer sind als transiente.

Ätiologie, Pathogenese und Pathophysiologie

Die atrioventrikuläre Dissoziation (AVD) ist ein Zustand, der durch den Verlust der Synchronisation zwischen Vorhöfen und Kammern mit unabhängiger elektrischer Aktivierung beider Herzkammern gekennzeichnet ist. Dieses Phänomen kann in verschiedenen klinischen Situationen auftreten und resultiert aus Leitungsstörungen, Rhythmusstörungen durch ektopische Foci oder der Übernahme durch einen hyperaktiven ventrikulären Fokus.

🔹 Ursachen der atrioventrikulären Dissoziation

Die Ursachen der AVD variieren je nach zugrundeliegendem Mechanismus. Einige Erkrankungen verursachen eine Unterbrechung der AV-Leitung, andere begünstigen das Auftreten ektopischer Rhythmen, die die normale Erregungsleitung stören. Zu den Hauptursachen zählen:


Pathophysiologisch wird die AVD in drei Hauptformen unterteilt: AV-Dissoziation durch Block, AV-Dissoziation durch Interferenz und AV-Dissoziation durch Übernahme. Diese Klassifikation erleichtert das Verständnis der pathologischen Mechanismen und der klinischen Bedeutung.

🔹 1. AV-Dissoziation durch Block

Diese Form tritt auf, wenn die Leitung durch den AV-Knoten vollständig unterbrochen ist und atriale Impulse die Ventrikel nicht erreichen. Die Ventrikel schlagen daraufhin mit einem Fluchtrhythmus, der entweder junctional (schmale QRS-Komplexe) oder ventrikulär (breite QRS-Komplexe) sein kann.

Die Hauptursachen für eine AVD durch Block sind:

Pathophysiologisch kontrahieren die Vorhöfe mit ihrem eigenen autonomen Rhythmus, während die Ventrikel unabhängig aktiviert werden. Dieser Mechanismus sichert eine gewisse Pumpfunktion, ist jedoch häufig unzureichend für eine adäquate Perfusion, insbesondere bei bradykardem Fluchtrhythmus. Die fehlende AV-Synchronisation führt zu ineffektivem Ventrikelfüllung, reduziertem Herzzeitvolumen, Hypotonie und möglichen Synkopen. In schweren Fällen ist eine Schrittmacherimplantation erforderlich, um eine wirksame Leitung wiederherzustellen.

🔹 2. AV-Dissoziation durch Interferenz

Diese Form entsteht, wenn ein beschleunigter ektopischer Rhythmus die ventrikuläre Aktivierung übernimmt und die Sinusleitung überstimmt.

Die Hauptursachen hierfür sind:

Der AV-Knoten ist nicht blockiert, doch die Ventrikel werden durch einen ektopischen Fokus mit einer höheren Frequenz als der Sinusknoten aktiviert. Bei stabilem Rhythmus bleibt das Herzzeitvolumen erhalten und der Patient ist häufig asymptomatisch. Instabile Rhythmen können zu Hypotonie, verminderter Belastbarkeit, Schwindel und Synkopen führen. Persistierende schnelle Rhythmen können eine ventrikuläre Dysfunktion bedingen und eine spezifische Therapie erfordern.

🔹 3. AV-Dissoziation durch Übernahme

Diese Form liegt vor, wenn ein ventrikulärer ektopischer Rhythmus die Herzaktivierung vollständig übernimmt und die atriale Leitung wirkungslos macht.

Hauptursachen sind:

Der ventrikuläre Rhythmus wird völlig unabhängig vom atrialen Rhythmus und stört die Synchronisation der Herzaktionen. Eine hohe ventrikuläre Frequenz verkürzt die diastolische Füllungsphase, was Hypotonie und verminderte periphere Perfusion zur Folge hat. In kritischen Fällen ist eine elektrische Kardioversion notwendig, um die AV-Synchronisation wiederherzustellen und die hämodynamische Stabilität zu verbessern.

Klinik

Die klinischen Symptome der AVD hängen vom Dissoziationstyp, der ventrikulären Frequenz und der Fähigkeit des Herz-Kreislauf-Systems ab, die fehlende AV-Synchronisation zu kompensieren. Leichte Formen sind oft asymptomatisch und Zufallsbefund, während schwere Formen mit Symptomen durch vermindertes Herzzeitvolumen und ineffiziente Ventrikelfüllung einhergehen.

🔹 Symptome

Die Symptomatik variiert mit der Schwere der Dissoziation. Häufige Beschwerden sind:

🔹 Klinische Befunde

Bei der Untersuchung kann der Puls unregelmäßig oder bradykard sein, mit ventrikulärer Frequenz unter der atrialen. In manchen Fällen ist das "Kanonenvogelzeichen" sichtbar – prominente Wellen im Jugularvenenpuls, verursacht durch eine Vorhofkontraktion gegen eine geschlossene AV-Klappe. Der Blutdruck kann erniedrigt sein mit orthostatischer Hypotonie. Bei persistierender AVD mit hämodynamischer Beeinträchtigung finden sich Zeichen einer Herzinsuffizienz, wie Jugularvenenstauung und periphere Ödeme.

Diagnostik

Die Diagnose der AVD basiert auf klinischer Untersuchung und dem Elektrokardiogramm (EKG), dem wichtigsten Mittel zur Bestätigung einer Dissoziation zwischen atrialer und ventrikulärer Aktivierung. Bei unklaren oder intermittierenden Fällen sind Langzeitmonitoring oder elektrophysiologische Untersuchungen erforderlich.

🔹 Elektrokardiogramm (EKG): Diagnostische Kriterien

Das EKG bestätigt die AVD, wenn drei fundamentale Kriterien vorliegen:


Nach Bestätigung der AVD kann das EKG die verschiedenen Formen anhand des ventrikulären Rhythmus und der P-QRS-Beziehung unterscheiden.

🔹 Elektrophysiologische Klassifikation

Die AVD wird elektrophysiologisch in drei Haupttypen unterteilt:

✅ AV-Dissoziation durch Block

Komplette Unterbrechung der atrioventrikulären Leitung, die Ventrikel schlagen mit einem Fluchtrhythmus.

✅ AV-Dissoziation durch Interferenz

Die Dissoziation wird nicht durch einen Block verursacht, sondern durch einen beschleunigten ektopen Rhythmus, der die Sinusleitung überlagert.

✅ AV-Dissoziation durch Übernahme

Ein ventrikulärer ektoper Fokus beschleunigt sich und dominiert den Herzrhythmus vollständig, wodurch keine Interaktion mit dem Sinusknoten mehr möglich ist.

🔹 Langzeitmonitoring

Bei intermittierender AVD oder fehlendem Nachweis im Standard-EKG kann ein Langzeitmonitoring erforderlich sein, um Symptome mit Rhythmusstörungen zu korrelieren. Die gängigsten Verfahren sind:

🔹 Elektrophysiologische Untersuchung

Die intrakavitäre elektrophysiologische Untersuchung ist indiziert, wenn die Diagnose mit nicht-invasiven Methoden unklar bleibt. Sie ermöglicht die Beurteilung der AV-Knotenfunktion, Identifikation von infra-His-Blockierungen und Indikationsstellung für eine Schrittmacherimplantation bei symptomatischen Patienten.

Therapie

Die Behandlung der atrioventrikulären Dissoziation richtet sich nach der Ursache, dem Schweregrad und dem Vorliegen von Symptomen. Transiente oder asymptomatische Formen benötigen meist keine spezifische Therapie, während persistierende und symptomatische Formen ursachenorientiert behandelt werden müssen, ggf. mit Schrittmacherimplantation.

🔹 Beseitigung reversibler Ursachen

Bei sekundärer AVD stehen die Korrektur der auslösenden Faktoren im Vordergrund:

🔹 Pharmakotherapie

Symptomatische Patienten können medikamentös behandelt werden, um Herzfrequenz und AV-Leitung zu stabilisieren:

🔹 Schrittmacherimplantation

Persistierende, symptomatische AVD erfordert häufig eine definitive Therapie mittels Schrittmacher:

Prognose

Die Prognose der AVD hängt von der Ursache und der Therapie ab. Transiente Formen, meist durch Medikamente oder metabolische Störungen verursacht, haben nach Beseitigung der Ursache eine gute Prognose. Persistierende Formen bergen ein erhöhtes Risiko für hämodynamische Instabilität, Synkopen und Herzinsuffizienz.

Bei Schrittmacherpatienten verbessert sich die Lebensqualität deutlich und das Risiko schwerer Ereignisse sinkt. Ein regelmäßiges Follow-up ist notwendig, um die Gerätefunktion und Krankheitsprogression zu überwachen.

Komplikationen

Die wichtigsten Komplikationen resultieren aus der gestörten AV-Synchronisation und dem hämodynamischen Versagen. Häufige Komplikationen sind:

Eine frühzeitige Erkennung und optimale Behandlung der AVD-Grundursachen sind entscheidend, um Komplikationen zu vermeiden und den betroffenen Patienten eine adäquate Versorgung zu bieten.

    Literatur
  1. Zipes DP, Libby P, Bonow RO, Mann DL, Tomaselli GF. Braunwald’s Heart Disease: A Textbook of Cardiovascular Medicine. 11. Aufl. Elsevier; 2019.
  2. Surawicz B, Knilans TK. Chou’s Electrocardiography in Clinical Practice. 6. Aufl. Elsevier; 2008.
  3. Brugada J, Katritsis DG, Arbelo E, et al. 2019 ESC Guidelines for the management of patients with supraventricular tachycardia. Eur Heart J. 2020;41(5):655-720.
  4. Barold SS, Ilercil A. Electrocardiographic patterns of atrioventricular dissociation. Cardiol J. 2016;23(2):139-147.
  5. Rosen MR, Edvardsson N, Bergfeldt L. Atrioventricular dissociation: Mechanisms and clinical significance. Circ Arrhythm Electrophysiol. 2020;13(5):e008292.
  6. Mangi MA, Aziz W, Das JM. Atrioventricular Dissociation. StatPearls [Internet]. StatPearls Publishing; 2023.
  7. Gula LJ, Skanes AC, Klein GJ, et al. Clinical significance and management of AV dissociation. J Cardiovasc Electrophysiol. 2018;29(11):1505-1513.
  8. Wellens HJ, Schwartz PJ, Lindemans FW. Recognition and management of AV dissociation in patients with pacemakers. J Am Coll Cardiol. 2021;78(3):274-286.
  9. Josephson ME. Clinical Cardiac Electrophysiology: Techniques and Interpretations. 5. Aufl. Wolters Kluwer; 2016.
  10. Alboni P, Brignole M, Menozzi C, et al. Long-term outcome of patients with AV dissociation and bradyarrhythmias. Pacing Clin Electrophysiol. 2019;42(4):469-476.