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Mitralklappenprolaps:
Ist er gefährlich?

Bei den meisten Menschen ist ein Mitralklappenprolaps keine gefährliche Erkrankung. Viele Fälle werden zufällig entdeckt und bleiben über Jahre stabil, insbesondere wenn nur wenig Blut durch die Klappe zurückfließt und keine wesentlichen Veränderungen am Herzen oder bedeutsame Arrhythmien vorliegen.
Ein Prolaps ist jedoch nicht bei allen Menschen gleich. Bei manchen Patienten kann er zu einer zunehmend ausgeprägten Mitralklappeninsuffizienz führen; bei einer deutlich kleineren Untergruppe kann er mit ventrikulären Arrhythmien einhergehen, die eine gezielte Beurteilung erfordern.

Für Anatomie, Diagnose und vollständige Klassifikation steht die Monografie zum Mitralklappenprolaps zur Verfügung. Dieser Ratgeber beantwortet dagegen die praktische Frage, wann der Prolaps vor allem ein kontrollbedürftiger Befund ist und wann er mehr Aufmerksamkeit verdient.

Wann ein Mitralklappenprolaps im Allgemeinen mit geringem Risiko verbunden ist

Ein Prolaps kommt in der Allgemeinbevölkerung relativ häufig vor. Zeigt die Echokardiografie einen Klappenprolaps, ist die Mitralklappeninsuffizienz jedoch nicht vorhanden oder nur leicht, sind linker Ventrikel und linker Vorhof normal und bestehen keine Symptome oder bedeutsamen Arrhythmien, ist der Verlauf im Allgemeinen günstig.
In dieser Situation besteht allein aufgrund des Prolapses eines Klappensegels keine Indikation für eine invasive Behandlung. Entscheidend ist die Verlaufskontrolle, deren Häufigkeit anhand des Ausmaßes der Regurgitation und der individuellen Merkmale festgelegt wird.

Auch das Vorliegen eines Klicks oder eines Herzgeräuschs bei der Auskultation bestimmt das Risiko nicht allein. Erst die Gesamtheit aus Echokardiografie, Symptomen, Herzrhythmus und Veränderungen im zeitlichen Verlauf beschreibt die Situation.

Das häufigste Problem: Wenn die Klappe zunehmend undicht wird

Die klinisch wichtigste Komplikation des Prolapses ist die Mitralklappeninsuffizienz. Schließen ein oder beide Segel nicht richtig, fließt während der Ventrikelkontraktion ein Teil des Blutes in den linken Vorhof zurück. In leichten Fällen kann dies nur geringe Folgen haben; wird die Regurgitation schwer, kann sich das Herz zunehmend erweitern und es können Atemnot, verminderte Belastbarkeit oder Vorhofflimmern auftreten.
Das Ausmaß der Regurgitation und ihre Folgen werden echokardiografisch beurteilt und nicht allein anhand der Stärke der Symptome.

Wird die Insuffizienz schwer, richtet sich das weitere Vorgehen nach den Kriterien der Mitralklappeninsuffizienz. Bei vielen Patienten mit degenerativem Prolaps und geeigneter Anatomie wird, wenn ein Eingriff erforderlich ist, die chirurgische Rekonstruktion der Klappe dem Ersatz vorgezogen, sofern ein dauerhaftes Ergebnis zu erwarten ist.

Palpitationen und Arrhythmien: Wann genauer untersucht werden sollte

Palpitationen sind häufig und bedeuten nicht automatisch, dass der Prolaps gefährlich ist. Sie können einzelnen Extrasystolen, supraventrikulären Tachykardien oder auch einer verstärkten Wahrnehmung normaler Herzschläge entsprechen. Sind sie anhaltend oder mit anderen Warnzeichen verbunden, kann ein Langzeit-EKG dokumentieren, was tatsächlich geschieht.
Besondere Aufmerksamkeit erfordern eine ungeklärte Synkope, Episoden ventrikulärer Tachykardie, sehr häufige oder komplexe ventrikuläre Extrasystolen sowie bestimmte elektrokardiografische oder bildgebende Auffälligkeiten.

Der internationale Konsens zum arrhythmischen Mitralklappenprolaps betont, dass das Risiko anhand der Kombination von Krankengeschichte, EKG, Rhythmusmonitoring, Echokardiografie und bei ausgewählten Patienten kardialer Magnetresonanztomografie beurteilt werden sollte. Die große Mehrheit der Menschen mit Prolaps gehört nicht zur Hochrisikogruppe.

Mitralanulusdisjunktion: Was sie tatsächlich bedeutet

Die Mitralanulusdisjunktion ist eine besondere anatomische Trennung zwischen der Verbindung der Mitralklappe und dem Myokard des linken Ventrikels. Sie kann zusammen mit einem Prolaps beobachtet werden und gehört zu den Merkmalen, die beim sogenannten arrhythmischen Phänotyp untersucht werden.
Ein solcher Befund bedeutet jedoch nicht, dass eine schwere Arrhythmie auftreten wird. Seine Bedeutung hängt davon ab, ob weitere Faktoren vorhanden sind, etwa dokumentierte Arrhythmien, Synkopen, stark redundante Segel, EKG-Veränderungen oder Fibrose in der Magnetresonanztomografie.

Es ist daher sinnvoll, zwei Extreme zu vermeiden: den Befund vollständig zu ignorieren oder ihn unabhängig von allen anderen Faktoren als Hochrisikodiagnose zu interpretieren. Die Beurteilung erfolgt immer im Gesamtzusammenhang.

Welche Kontrollen nötig sind und welche Symptome mitgeteilt werden sollten

Die wichtigste Kontrolle ist die Echokardiografie, wobei die Abstände je nach Ausmaß der Mitralklappeninsuffizienz und Größe der Herzkammern länger oder kürzer sein können. Bei relevanten Palpitationen, Synkopen, häufigen Extrasystolen oder anderen Verdachtsmomenten kann der Kardiologe ein Holter-EKG oder längerfristige Monitorings ergänzen.
Eine Magnetresonanztomografie ist nicht bei jedem Prolaps erforderlich, kann aber bei Patienten hilfreich sein, bei denen Ventrikel, Mitralklappenapparat und das Vorliegen einer Fibrose genauer beurteilt werden müssen.

Die Untersuchung sollte vorgezogen werden, wenn neue Atemnot, verminderte Belastbarkeit, anhaltende Palpitationen, Synkopen oder Präsynkopen auftreten. Die Behandlung richtet sich nach der Ursache des Problems: Eine schwere Mitralklappeninsuffizienz zu behandeln ist etwas anderes, als eine klinisch relevante Arrhythmie zu dokumentieren und zu therapieren.

Häufige Fragen zum Mitralklappenprolaps

Ist ein Mitralklappenprolaps eine schwere Erkrankung?
Bei den meisten Menschen nicht, insbesondere wenn die Regurgitation minimal ist und keine bedeutsamen Arrhythmien oder Veränderungen der Herzkammern vorliegen.

Kann er einen plötzlichen Herztod verursachen?
Das Risiko in der Allgemeinbevölkerung mit Mitralklappenprolaps ist niedrig. Es gibt jedoch eine kleine Untergruppe mit Merkmalen, die eine genauere arrhythmologische Beurteilung erfordern.

Sind Palpitationen gefährlich?
Nicht unbedingt. Sie sollten dokumentiert werden, wenn sie häufig, neu oder mit Ohnmacht oder anderen Warnzeichen verbunden sind.

Was ist eine Mitralanulusdisjunktion?
Es handelt sich um eine besondere anatomische Konfiguration des Mitralanulus. Sie allein bedeutet keine ungünstige Prognose und wird zusammen mit den übrigen klinischen und apparativen Befunden interpretiert.

Wie häufig sollte ein Prolaps kontrolliert werden?
Das hängt vor allem vom Ausmaß der Mitralklappeninsuffizienz, von der Herzgröße und vom möglichen Vorliegen von Symptomen oder Arrhythmien ab.

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