Eine Myokarditis kann auch im Kindes- und Jugendalter auftreten, und die Symptome unterscheiden sich je nach Alter deutlich. Bei Säuglingen kann sie sich durch wenig spezifische Zeichen wie schnelle Atmung, Schwierigkeiten beim Trinken, Schwitzen während des Fütterns, Reizbarkeit oder Schläfrigkeit äußern. Bei älteren Kindern und Jugendlichen sind Brustschmerzen, Atemnot, Herzklopfen, ausgeprägte Müdigkeit oder ein plötzlicher Abfall der sportlichen Leistungsfähigkeit leichter zu erkennen.
Das Problem besteht darin, dass eine Myokarditis zu Beginn wie eine gewöhnliche Atemwegs- oder Magen-Darm-Infektion aussehen kann. Eine unerwartete Verschlechterung, anhaltende Tachykardie, ausgeprägte Atemnot, Ohnmacht oder Zeichen einer schlechten Durchblutung erfordern eine rasche Beurteilung.
Mögliche Zeichen unterscheiden sich je nach Alter und können umfassen:
Die Myokarditis ist eine Entzündung des Herzmuskels. Bei Kindern kann sie schwieriger zu erkennen sein, weil viele Symptome unspezifisch sind und kleine Kinder nicht beschreiben können, was sie empfinden.
Ein Jugendlicher kann Brustschmerzen oder Herzklopfen ähnlich wie ein Erwachsener beschreiben. Ein Säugling hingegen zeigt das Problem über Verhalten und Atmung: Er kann weniger trinken, das Trinken häufig unterbrechen, schwitzen, schnell atmen oder ungewöhnlich müde wirken. Deshalb kann dieselbe Erkrankung je nach Alter völlig unterschiedlich erscheinen.
Die Erscheinungsformen reichen von milden Verläufen bis zu Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen und, selten, Schock. Aus dem Vorhandensein oder Fehlen von Fieber allein lässt sich der Schweregrad nicht ableiten.
Auch gastrointestinale Symptome sind in der Pädiatrie relativ häufig. Erbrechen, Bauchschmerzen und Appetitmangel können eine Myokarditis begleiten und zunächst an eine Gastroenteritis oder eine andere Infektion denken lassen. Der Verdacht nimmt zu, wenn gleichzeitig schnelle Atmung, anhaltende Tachykardie, Schwierigkeiten bei körperlicher Belastung oder andere kardiale Zeichen auftreten.
Eine kürzlich durchgemachte Infektion ist häufig, aber nicht zwingend vorhanden und reicht allein nicht zur Diagnosestellung aus.
In den ersten Lebensjahren können die Symptome unspezifisch sein. Ein Säugling kann schlecht trinken, beim Trinken rasch ermüden, stärker als gewöhnlich schwitzen oder schnell und flach atmen. Es können Reizbarkeit oder umgekehrt Schläfrigkeit und eine verminderte Reaktionsfähigkeit auftreten. Diese Zeichen können mit einer gewöhnlichen Infektion verwechselt werden, insbesondere wenn Fieber, Husten, Erbrechen oder Durchfall bestehen.
Wenn das Herz nicht ausreichend pumpen kann, kann das Kind blass werden, kalte Hände und Füße haben oder weniger Urin ausscheiden. Der Arzt kann Tachykardie, Tachypnoe, eine vergrößerte Leber oder andere Zeichen einer Herzinsuffizienz feststellen.
Ein wichtiges Merkmal ist eine unerwartete Verschlechterung. Ein Kind, das zunächst wegen einer Atemwegs- oder Magen-Darm-Erkrankung behandelt wurde und zunehmend kurzatmig, sehr müde oder wenig reaktionsfähig wird, muss erneut untersucht werden. Eine Myokarditis ist nicht die häufigste Ursache dieser Symptome, gehört aber zu den Erkrankungen, die berücksichtigt werden müssen, wenn der Verlauf nicht der erwarteten Entwicklung entspricht.
Mit zunehmendem Alter treten häufiger Symptome auf, die das Kind oder der Jugendliche selbst beschreiben kann. Brustschmerzen sind insbesondere bei Jugendlichen eine wichtige Erscheinungsform, vor allem wenn die Herzfunktion erhalten ist. Zusätzlich können Atemnot, Herzklopfen, Müdigkeit, Bauchschmerzen, Schwindel oder Ohnmacht auftreten.
Ein weiteres praktisches Warnzeichen ist eine verminderte Belastbarkeit: Ein Jugendlicher, der normalerweise Sport treibt, kann feststellen, dass er nicht mehr wie zuvor laufen, Treppen steigen oder das Training durchhalten kann.
Herzklopfen und Synkope verdienen besondere Aufmerksamkeit, weil die Myokarditis das elektrische System des Herzens betreffen kann. Bewusstlosigkeit während körperlicher Belastung, insbesondere zusammen mit Brustschmerzen oder Herzklopfen, darf nicht automatisch auf Müdigkeit oder Dehydratation zurückgeführt werden, ohne dass eine angemessene Beurteilung erfolgt.
Bei schwereren Verläufen kann sich eine fulminante Myokarditis entwickeln, mit rascher Verschlechterung der Herzfunktion und der Notwendigkeit einer intensivmedizinischen Versorgung.
Dringende medizinische Hilfe ist erforderlich, wenn das Kind ausgeprägte Atemnot, eine bläuliche oder sehr blasse Hautfarbe, Bewusstlosigkeit, starke Schläfrigkeit oder verminderte Reaktionsfähigkeit, starke und anhaltende Brustschmerzen, Herzklopfen mit deutlichem Unwohlsein oder Zeichen einer schlechten Durchblutung wie kalte Extremitäten und extreme Schwäche zeigt.
Bei Säuglingen ist eine Unfähigkeit zu trinken in Verbindung mit sehr schneller Atmung, starkem Schwitzen oder zunehmend verminderter Reaktionsfähigkeit ein Zustand, der nicht einfach zu Hause beobachtet werden sollte.
Diese Zeichen sind nicht spezifisch für eine Myokarditis und können auch durch andere pädiatrische Notfälle verursacht werden. Gerade deshalb steht bei einem ernsthaft krank wirkenden Kind die klinische Beurteilung im Vordergrund und nicht der Versuch, die Ursache selbst festzustellen. Bei Bewusstlosigkeit, schwerer Atemnot oder rascher Verschlechterung kann es notwendig sein, den Notruf 112 oder 118 zu wählen.
Die Diagnostik verbindet Anamnese und klinische Untersuchung mit EKG, Blutuntersuchungen und Echokardiographie. Troponin kann bei einer Schädigung des Myokards erhöht sein, ein einzelner Normalwert reicht jedoch nicht in jeder Situation aus, um die Erkrankung auszuschließen. Die kardiale Magnetresonanztomographie hat eine wichtige Rolle erlangt, weil sie Ödeme, Entzündung und Schädigung des Myokards nichtinvasiv beurteilen kann.
Eine Endomyokardbiopsie wird nicht bei allen Kindern durchgeführt: Sie ist ausgewählten Situationen vorbehalten, insbesondere wenn der Verlauf schwer ist oder die genaue Bestimmung des Myokarditis-Typs die Behandlung beeinflussen kann.
Der Verlauf ist unterschiedlich. Viele Kinder erholen ihre Herzfunktion, während andere wegen anhaltender Veränderungen, Herzrhythmusstörungen oder Ventrikeldysfunktion länger nachkontrolliert werden müssen. Nach der akuten Phase werden Kontrollen und der Zeitpunkt der Rückkehr zu Schule, Spielen und Sport anhand des Schweregrads und der Untersuchungsergebnisse festgelegt.
Jugendliche, die Sport treiben, dürfen intensives Training nicht allein deshalb wieder aufnehmen, weil sie sich besser fühlen: Die Rückkehr zur körperlichen Aktivität erfordert eine klinische Remission und kardiologische Beurteilung.
Welche Symptome verursacht eine Myokarditis bei Kindern?
Sie hängen stark vom Alter ab. Bei Säuglingen können schnelle Atmung, Schwierigkeiten beim Trinken, Schwitzen, Reizbarkeit oder Schläfrigkeit im Vordergrund stehen; bei älteren Kindern und Jugendlichen sind Brustschmerzen, Atemnot, Müdigkeit, Herzklopfen und eine verminderte Belastbarkeit häufiger.
Kann eine Myokarditis bei Kindern wie eine gewöhnliche Infektion aussehen?
Ja. Fieber, Husten, Erbrechen, Bauchschmerzen, Müdigkeit und andere unspezifische Beschwerden können zunächst an eine Atemwegs- oder Magen-Darm-Infektion denken lassen. Das Auftreten kardialer Zeichen oder eine unerwartete Verschlechterung erfordern eine erneute Beurteilung.
Wann muss ein Kind sofort in die Notaufnahme gebracht werden?
Ausgeprägte Atemnot, bläuliche oder sehr blasse Hautfarbe, Bewusstlosigkeit, starke Schläfrigkeit oder verminderte Reaktionsfähigkeit, starke Brustschmerzen, Herzklopfen mit deutlichem Unwohlsein oder Zeichen einer schlechten Durchblutung erfordern eine dringende Beurteilung.
Wie wird eine Myokarditis bei einem Kind diagnostiziert?
Die Diagnose beruht auf der Kombination von klinischer Untersuchung, EKG, Blutuntersuchungen, Echokardiographie und, wenn angezeigt, kardialer Magnetresonanztomographie. Die Endomyokardbiopsie ist ausgewählten Situationen vorbehalten.
Kann ein Jugendlicher mit Myokarditis wieder Sport treiben?
Ja, aber nicht während der aktiven Phase. Die Rückkehr zum Sport sollte nach Remission und kardiologischen Kontrollen erfolgen, nach Kriterien, die denen bei Erwachsenen ähneln, jedoch an Alter, Entwicklung und Art der Aktivität angepasst sind.
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