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Die vasospastische Angina, auch bekannt als Prinzmetal-Angina, ist eine Form der Angina pectoris, die durch einen vorübergehenden Koronarspasmus verursacht wird und zu einer temporären Reduktion des Blutflusses zum Myokard führt.
Im Gegensatz zur stabilen Angina, die durch körperliche Anstrengung ausgelöst wird und auf fixierte atherosklerotische Stenosen zurückzuführen ist, kann die vasospastische Angina in Ruhe auftreten und steht in keinem klaren Zusammenhang mit körperlicher Aktivität.
Die wichtigsten pathophysiologischen Mechanismen sind:
Koronarspasmus: Abnorme Kontraktion der Koronararterien, unabhängig vom Vorhandensein atherosklerotischer Plaques.
Endotheliale Dysfunktion: Reduzierte Stickstoffmonoxidproduktion und gestörte Regulation des Gefäßtonus.
Vasomotorische Hyperreaktivität: Erhöhte Empfindlichkeit gegenüber vasokonstriktiven Reizen wie Kälte, Stress oder Substanzen wie Kokain und Zigarettenrauch.
Gefäßentzündung: Chronischer Entzündungszustand, der zur Instabilität des Gefäßtonus beiträgt.
Risikofaktoren
Die vasospastische Angina tritt häufiger bei jungen Menschen und Rauchern auf, während andere traditionelle kardiovaskuläre Risikofaktoren (arterielle Hypertonie, Diabetes, Dyslipidämie) eine geringere Rolle spielen als bei der klassischen ischämischen Herzerkrankung.
Klinik und Diagnose
Patienten mit Prinzmetal-Angina berichten über Episoden von Brustschmerzen mit folgenden Merkmalen:
Starke, einschnürende Brustschmerzen, oft in Ruhe oder während der Nacht.
Typischerweise kurze Dauer (5–15 Minuten), spontane Besserung oder nach Einnahme von Nitraten.
Keine Beziehung zu körperlicher Anstrengung.
Mögliche Assoziation mit ventrikulären Arrhythmien oder Synkope.
Die wichtigsten diagnostischen Instrumente sind:
EKG während der Episode: Vorübergehende ST-Hebung, die mit dem Verschwinden der Symptome zurückgeht.
Provokationstests mit Ergonovin oder Acetylcholin: Auslösung des Koronarspasmus unter kontrollierten Bedingungen.
Koronarangiographie: Nützlich zum Ausschluss signifikanter Stenosen und zur Bestätigung der vasospastischen Reaktivität der Koronararterien.
Behandlung der vasospastischen Angina
Die Behandlung zielt darauf ab, die Häufigkeit der Episoden zu reduzieren und Arrhythmiekomplikationen zu verhindern.
Lebensstiländerungen:
Rauchstopp, Vermeidung starker Kälteeinwirkung und Reduktion der Exposition gegenüber vasokonstriktiven Substanzen (Koffein, Kokain) sind entscheidend für das Krankheitsmanagement.
Pharmakologische Therapie:
Calciumantagonisten: Mittel der ersten Wahl zur Vorbeugung des Koronarspasmus (Amlodipin, Verapamil, Diltiazem).
Langzeitnitrate: Verringerung von Häufigkeit und Schwere der Episoden.
Statine und ACE-Hemmer: Sinnvoll bei nachgewiesener endothelialer Dysfunktion.
Betablocker: In der Regel kontraindiziert, da sie den Spasmus begünstigen können.
Revaskularisation:
Nur bei Patienten mit gleichzeitigen Koronarstenosen und nachgewiesener Ischämie indiziert.
Prognose und Komplikationen
Die vasospastische Angina hat bei adäquater Behandlung eine insgesamt günstige Prognose, kann aber in einigen Fällen durch maligne ventrikuläre Arrhythmien, akuten Myokardinfarkt und plötzlichen Herztod kompliziert werden.
Eine frühzeitige Behandlung und Kontrolle der Auslöser sind entscheidend, um das Risiko schwerwiegender kardialer Ereignisse zu verringern.
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