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Chronische ischämische Arrhythmien sind Herzrhythmusstörungen, die durch elektrische Veränderungen des Myokards infolge chronischer Ischämie entstehen.
Sie können bei Patienten mit stabiler koronarer Herzerkrankung, nach Myokardinfarkt oder bei linksventrikulärer Dysfunktion auftreten und sind häufig mit einer erhöhten kardiovaskulären Mortalität assoziiert.
Arterielle Hypertonie, Diabetes mellitus und koronare Atherosklerose können zur elektrischen Instabilität des Myokards beitragen und das Risiko gefährlicher ventrikulärer Arrhythmien erhöhen.
Die wichtigsten pathophysiologischen Mechanismen sind:
Chronische Ischämie und Myokardfibrose: Entstehung von Reentry-Kreisen durch Narbengewebe.
Störung des autonomen Nervensystems: Sympathische Überaktivität mit erhöhtem Risiko ventrikulärer Arrhythmien.
Veränderungen des Aktionspotenzials: Veränderungen in Depolarisation und Repolarisation, die Extrasystolen und Tachykardien begünstigen.
Klassifikation der ischämischen Arrhythmien
Ischämische Arrhythmien können supraventrikulär oder ventrikulär sein, mit unterschiedlichem Schweregrad:
Ventrikuläre Arrhythmien: Ventrikuläre Extrasystolen, nicht anhaltende und anhaltende ventrikuläre Tachykardie, Kammerflimmern.
Klinik und Diagnose
Die klinischen Manifestationen ischämischer Arrhythmien variieren je nach Schweregrad und Typ der Arrhythmie.
Zu den wichtigsten Symptomen gehören:
Palpitationen.
Dyspnoe und Belastungsintoleranz.
Symptome einer Herzinsuffizienz bei persistierenden Arrhythmien.
Synkope oder Präsynkope bei anhaltenden ventrikulären Arrhythmien.
Die wichtigsten diagnostischen Untersuchungen sind:
Ruhe-EKG: Zeigt Anzeichen chronischer Ischämie, Leitungsstörungen und Arrhythmien.
24-48h-Holter-EKG: Unerlässlich zur Identifizierung intermittierender Arrhythmien und zur Korrelation mit den Symptomen.
Belastungstest: Nützlich zum Nachweis ischämieinduzierter Arrhythmien.
Echokardiographie: Beurteilung der ventrikulären Funktion und struktureller Anomalien.
Kardiale Magnetresonanztomographie: Identifiziert Myokardfibrose und Bereiche mit ventrikulärer Dysfunktion.
Elektrophysiologische Untersuchung: Indiziert bei Hochrisikopatienten zur Beurteilung des arrhythmogenen Substrats.
Behandlung chronischer ischämischer Arrhythmien
Die Behandlung hängt vom Schweregrad der Arrhythmie und vom Vorhandensein von Symptomen ab.
Lebensstiländerungen:
Kontrolle kardiovaskulärer Risikofaktoren, Verzicht auf Alkohol und Koffein sowie ein adäquates Management der Herzinsuffizienz verringern die Arrhythmieinzidenz.
Pharmakotherapie:
Betablocker: Reduzieren die kardiale Automatizität und verbessern die Prognose bei Patienten mit Ischämie.
Antiarrhythmika der Klasse I und III: Indiziert bei ausgewählten Patienten, unter Berücksichtigung proarrhythmischer Effekte.
Antikoagulanzien: Notwendig bei Vorhofflimmern zur Vermeidung thromboembolischer Ereignisse.
Implantierbare Geräte:
Implantierbarer Kardioverter-Defibrillator (ICD): Indiziert bei Patienten mit hohem Risiko für plötzlichen Herztod.
Kardiale Resynchronisationstherapie (CRT): Verbessert die Herzfunktion bei Patienten mit ventrikulärer Dyssynchronie.
Katheterablation:
Indiziert bei Patienten mit anhaltenden ventrikulären Arrhythmien oder therapierefraktärem Vorhofflimmern.
Prognose und Komplikationen
Chronische ischämische Arrhythmien sind mit einem erhöhten Risiko für plötzlichen Herztod, Herzinsuffizienz und Thromboembolie assoziiert.
Eine frühzeitige und gezielte Therapie ist entscheidend zur Reduktion der Mortalität und zur Verbesserung der Lebensqualität.
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